Neurodermitis: Verbände fordern Kostenerstattung für Basispflege

Der Deutsche Neurodermitis Bund e.V. (DNB) hat eine Online-Petition gestartet, in der er die Kostenübernahme der Basispflege für Menschen mit Neurodermitis durch die Gesetzlichen Krankenkassen fordert. Auch die deutsche AllergieLiga e.V. unterstützt die Petition.
Zwei Hände in der Nahaufnahme beim Eincremen

© StudioLaMagica - Fotolia.com

 

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die kontinuierlich, das heißt auch in symptomfreien Zeiten, behandelt werden muss. Neben verschiedenen Wirkstoffen ist auch die sogenannte Basispflege von großer Bedeutung. Wirkstoff-freie Cremes und Lotionen tragen dazu bei, dass sich der Allgemeinzustand der Haut bessert. Sie stärken die Hautbarriere, deren erhöhte Durchlässigkeit eine Hauptursache der Erkrankung ist.  Die aktuelle Europäische Leitlinie gibt einen Anhaltspunkt: Zirka ein Kilogramm feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen braucht ein erwachsener Mensch mit Neurodermitis pro Monat. Eine konsequente Basispflege kann Schübe der Erkrankung abmildern und manchmal auch verhindern.

 

DNB schätzt Kosten auf 1500 Euro pro Jahr

Bei der Auswahl der nötigen Pflegeprodukte müssen Betroffene auf Vieles achten: Sie sollten keine  Duft- und Konservierungsstoffe enthalten und keine Substanzen, die oft Kontaktallergien auslösen, ebenso keine Nahrungsmittelproteine. Häufig sind gerade die Produkte, die für Neurodermitis-Haut geeignet sind, sehr teuer. Der DNB schätzt die Kosten für die Basispflege auf etwa 1500 Euro pro Jahr. Die Kosten für diese Basispflege übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bisher nur für Patientinnen und Patienten, die bis 12 Jahre alt sind. Ältere Betroffene tragen die Kosten selbst. Im Modernisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) von 2004 waren rezeptfreie Arzneimittel aus der Kassenerstattung ausgeschlossen worden.

Aus medizinischer Sicht sei dies bei der Basispflege nicht nachvollziehbar, bestätigt Professor Thomas Werfel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Auch in der Leitlinie zur Neurodermitis-Therapie wird die kostenintensive Basispflege als kausale Therapie definiert und gehört damit aus Sicht der DGAKI in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.“ Bisher haben etwa 45.000 Menschen die Petition auf change.org/Neurodermitis unterschrieben.

 

Quelle:

Pressemitteilung der Deutschen Allergie Liga  e.V.: „Neurodermitis: DNB e.V. fordert Kostenerstattung für Basispflege“, vom 10.07.2019

 

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