Neurodermitis: Wann bleibt sie bestehen?

Ein dänisches Forschungsteam untersuchte, welche Merkmale bei Kindern darauf hinweisen, ob Neurodermitis-Beschwerden verschwinden oder andauern.
Ein Baby untersucht seine Haut mit den Fingern

©Herrndorff/ fotolia.de

 

Die Neurodermitis oder atopische Dermatitis tritt meist im erstmals Kindesalter auf und verläuft ganz unterschiedlich. Bisher lässt es sich kaum vorhersagen, welche Kinder auch nach der Pubertät noch an Beschwerden leiden werden. Ein dänisches Forschungsteam fand in einer groß angelegten Studie heraus, dass die Nutzung von Neurodermitis-Medikamenten in den vergangenen vier Jahren ein guter Anhaltspunkt ist.

Die Forschenden analysierten alle ersten Krankenhausbesuche in Dänemark mit einer Neurodermitis-Diagnose, in den Jahren zwischen 1995 und 2012. Für den weiteren Verlauf bei den einzelnen Patientinnen und Patienten griffen sie auf nationale Registerdaten zurück.

Sie gingen davon aus, dass Patienten dann noch eine aktive Neurodermitis hatten, wenn sie weiterhin Medikamente dafür verordnet bekamen, etwa Salben mit Cortison oder Calcineurinhemmer, oder wenn sie Ärzte aufsuchten aufgrund der Hauterkrankung.

 

Frühere Medikation als Anhaltspunkt für die Schwere der Erkrankung

Insgesamt lagen Daten für mehr als 13.000 Neurodermitis-Patientinnen und Patienten im Alter von 0 bis 16 Jahren vor, die bis zu 21 Jahre lang beobachtet wurden. 10 Jahre nach der Diagnose-Stellung war die Neurodermitis bei zwei Dritteln der Personen zumindest zeitweilig aktiv.

Dabei zeichnete sich ein Trend ab: Kinder, die besonders viele und/ oder besonders starke Cortison- oder Calcineurininhibitor-Präparate in den vergangenen vier Jahren genutzt hatten, hatten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, auch zehn Jahre später noch eine aktive Neurodermitis zu haben.

Die Stärke und Art der in den letzten vier Jahren verwendeten Neurodermitis-Medikamente kann also ein zehnjähriges Weiterbestehen der Symptome vorhersagen. In der Praxis wird die Schwere der Erkrankung bei Kindern manchmal unterschätzt, wenn diese etwa zwischen zwei Schüben in die Sprechstunde kommen. Die zuvor eingesetzten Medikamente können hier ein Anhaltspunkt für den Arzt oder die Ärztin sein, um die richtige Prognose unabhängig vom aktuellen Hautzustand zu bestimmen.

 

Quelle:

Thyssen J. P. et al.: Retrospective markers of paediatric atopic dermatitis persistence after hospital diagnosis: A nationwide cohort study. In: Clin Exp Allergy. Online first, 2019 Aug 28. doi: 10.1111/cea.13487 zuletzt abgerufen am 19.9.2019

 

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