23. Januar 2018
Patientenbefragung

Allergischer Schnupfen: Zusammenhang zwischen Symptomkontrolle und Schlafqualität

Je schlechter die Symptome einer allergischen Rhinitis kontrolliert sind, umso mehr berichten die Betroffenen über Probleme beim nächtlichen Ein- und Durchschlafen. Darauf weisen Ergebnisse einer Patientenbefragung zur Schlafqualität hin.

Frau liegt wach im Bett, Wecker im Vordergrund zeigt Uhrzeit 3:21 Uhr an.

© Focus Pocus LTD - Fotolia

Die allergische Rhinitis entsteht auf Grundlage einer Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben und/oder andere Allergene aus der Luft (Tierschuppen, Schimmelpilzsporen etc.). Mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent gilt sie als die häufigste atopische Erkrankung. Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie haben zumeist ungünstige Auswirkungen auf das Schlafverhalten und die Schlafqualität der Betroffenen. Bislang gab es allerdings keine Daten dazu, inwieweit ein Zusammenhang besteht zwischen dem Grad der beeinträchtigten Schlafqualität und dem Ausmaß der Symptomkontrolle als Ergebnis einer angemessenen Behandlung.  

Eine internationale Arbeitsgruppe, an der auch Wissenschaftler aus Deutschland beteiligt waren, hat zu dieser Fragestellung erstmals eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse in der deutschsprachigen Fachzeitschrift „HNO“ veröffentlicht wurden. In der prospektiven Querschnittsuntersuchung befragten die Autoren 104 Patientinnen und Patienten (durchschnittliches Alter 41,4 Jahre) mit allergischer Rhinitis mithilfe von speziellen standardisierten Fragebögen. Die Fragen bezogen sich auf die Schlafqualität sowie die Kontrolle der Rhinitis-Symptome.

 

 

Allergische Rhinitis möglichst frühzeitig diagnostizieren und behandeln

Die Auswertung ergab einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der subjektiv wahrgenommenen Schlafqualität und dem Befragungsergebnis in Bezug auf die Symptomkontrolle. Betroffene mit einer gut bis sehr gut kontrollierten allergischen Rhinitis konnten besser durchschlafen und zeigten fast keine bis keine Beeinträchtigung beim Einschlafen oder in Bezug auf gefühlten Schlafmangel beim morgendlichen Erwachen. Andererseits berichteten Patienten mit schlechter Symptomkontrolle über erhöhten Schlafmangel und Tagesmüdigkeit im Vergleich zu Befragten mit (gut) kontrollierter Rhinitis.

Die Autoren werten diese Ergebnisse als Hinweis dafür, dass eine verbesserte Symptomkontrolle bei allergischer Rhinitis wahrscheinlich auch zu einer verbesserten Schlafqualität für die Betroffenen führen würde. Allerdings halten sie eine prospektive kontrollierte Studie für erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen. Sie empfehlen, eine allergische Rhinitis möglichst frühzeitig fachgerecht zu diagnostizieren und zu behandeln, um zu verhindern, dass die Betroffenen in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt werden.

Quelle:

Gaudin, R.A., et al. Assoziation zwischen Kontrolle der allergischen Rhinitis und Schlafqualität. In: HNO 2017; 65: 987–992

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