30. Juli 2019
Insektengiftallergie bei Kindern

Anaphylaxien nach Insektenstichen belasten auch die Eltern

Insektenstiche sind in Europa der zweithäufigste Auslöser anaphylaktischer Reaktionen bei Kindern und Jugendlichen. Dass das eigene Kind einmal betroffen sein könnte, ist für Eltern ein Albtraum. Forschende in Polen haben untersucht, wie sich ein solcher Vorfall auf die Lebensqualität der Eltern auswirkt.

Wespen an einem Getränk

© Ingo Bartussek/fotolia

Sie befragten 101 Elternteile (meist Mütter) mit Kindern zwischen 9 und 17 Jahren, die nach einem Insektenstich in einem Krankenhaus allergologisch behandelt werden mussten. Dabei erfassten sie, ob sich die Eltern durch das Erlebte im Alltag besonders ängstlich, vorsichtig oder eingeschränkt fühlen. Zudem fragten sie, wie sicher sie sich fühlen und ob ihre Kinder in Bezug auf die Allergie viel Unterstützung benötigen.

Einschränkungen und Ängstlichkeit beschreiben die Eltern als moderat. Sie fühlen sich im Alltag relativ sicher. Allerdings geben sie auch an, dass sie sehr vorsichtig sind und stark darauf achten, dass das Kind nicht gestochen wird.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Lebensqualität

Wie umfassend diese Vorsichtsmaßnahmen sind, hängt zum einen davon ab, wie stark die allergische Reaktion des Kindes war, und ob es eine allergenspezifische Behandlung (Hyposensibilisierung) erhält.

Bei Kindern mit leichteren Symptomen und mit zunehmender Behandlungsdauer waren die Eltern entspannter. Angst und Unsicherheitsgefühl waren besonders groß, wenn die Insektengiftallergie erst vor kurzem festgestellt wurde und wenn das Kind erst kürzlich mit einer Hyposensibilisierung begonnen hatte.

Die Forschenden stellten zudem fest, dass es in diesem Punkt einen Unterschied gibt zwischen Eltern, die in ländlichen Gegenden leben, und Familien in der Stadt: Während die Eltern auf dem Land sich erst mit einer Behandlungsdauer von mindestens drei Jahren sicherer fühlten, waren die Stadteltern bereits bei kürzeren Anwendungen der allergenspezifischen Immuntherapie beruhigt. Die Forschenden führen dies darauf zurück, dass das Risiko für Insektenstiche für die Landkinder ungleich höher ist als für Kinder in der Stadt.

 

Quelle:

Cichocka-Jarosz, E. et al.: Quality of life in parents of children and adolescents after systemic sting reactions. In: Annals of Agricultural and Environmental Medicine, 2019, 26 (2): 315-321

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