27. Oktober 2017
Allergieprävention bei Babys

Asthma- und Neurodermitis-Prävention durch Probiotika?

Nützliche Milchsäurebakterien im Darm wie Laktobazillen können das Allergierisiko beeinflussen, darauf deuten Studien hin. Amerikanische Forschende haben nun untersucht, ob sich das Asthma- und Neurodermitis-Risiko bei Kleinkindern verringert, wenn sie schon früh im Leben Probiotika als Ernährungszusätze erhalten.

Probiotika gegen Asthma und Neurodermitis  - Bild: Baby wird mit der Flasche gefüttert.

© Irina Schmidt/fotolia

Für die randominisierte, doppelblinde Studie rekrutierte das Team über einen Zeitraum von sechs Jahren insgesamt 184 werdende Mütter und ihre Neugeborenen. Voraussetzung war, dass mindestens ein Elternteil bereits an Asthma erkrankt war. Nach der Geburt wurden die Kinder zufällig in zwei Gruppen von je 92 Babys aufgeteilt und erhielten in ihren ersten sechs Lebensmonaten täglich entweder den probiotischen Ernährungszusatz Lactobacillus rhamnosus GG (LGG) (10 Milliarden koloniebildende Einheiten) oder ein wirkungsloses Placebo.


Asthma- und Neurodermitis-Risiko nicht verringert

Folgeuntersuchungen in den nächsten Lebensjahren sollten zeigen, wie viele Kinder Neurodermitis oder Asthma entwickelten. Um die Diagnose zu sichern, musste sie zweimal unabhängig voneinander bei unterschiedlichen Untersuchungen gestellt werden. Das Ergebnis: Im Alter von zwei Jahren waren 30,9 Prozent der Kinder in der Kontrollgruppe von Neurodermitis betroffen, 28,7 Prozent waren es in der LGG-Gruppe. Die Gabe von probiotischen Laktobazillen hatte somit keine Auswirkungen auf das Neurodermitis-Risiko.

Die Häufigkeit von Asthma wurde im Alter von fünf Jahren analysiert. 17,4 Prozent der Kinder in der Kontrollgruppe entwickelten Asthma. In der LGG-Gruppe waren es 9,7 Prozent. Aufgrund der relativ kleinen Zahl an Studienteilnehmern, ließ sich jedoch auch hier kein signifikanter Unterschied feststellen. Eventuell könnte eine größere Studienpopulation eindeutige Unterschiede beim Asthma-Risiko zeigen, so die Autoren.


Viele Faktoren können Probiotika-Wirkung beeinflussen

Die Studie konnte somit keinen positiven Einfluss der Probiotika auf das Risiko für Asthma und Neurodermitis zeigen. Trotzdem weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass sich die Ergebnisse verschiedener Studien zur Wirkung von probiotischer Nahrungsergänzung unterscheiden. Sie nehmen an, dass viele weitere äußere Einflüsse die Ergebnisse beeinflussen können. So zum Beispiel:

In der aktuellen Studie war die Rate an natürlich geborenen und gestillten Kindern relativ hoch. Aus Untersuchungen weiß man, dass gerade diese Faktoren das Allergie-Risiko senken können. Deshalb vermuten die Autoren, dass Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise für bestimmte Kinder doch einen Zusatznutzen in Bezug auf Asthma und Neurodermitis bieten könnten.

 

Quelle:

Cabana M. D. wt al.: Early Probiotic Supplementation for Eczema and Asthma Prevention: A Randomized Controlled Trial. In: Pediatrics, 2017, 140(3)

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