17. Oktober 2017
Patientenschulungen

Effekt einer Neurodermitis-Schulung für Erwachsene

Nicht nur Kinder haben Neurodermitis: Erwachsene können ebenfalls betroffen sein, wenn auch deutlich seltener. Während Neurodermitis-Schulungen für Kinder gut etabliert sind, sind sie bei Erwachsenen weniger verbreitet. Eine aktuelle Studie untersuchte den Langzeiteffekt einer Neurodermitis-Schulung für Erwachsene.

Erwachsene hören Neurodermitis-Schulung

© contrastwerkstatt/fotolia

An 15 Studienorten in Deutschland nahmen 315 Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren an der Studie teil. 168 von ihnen erhielten eine zwölf Unterrichtsstunden umfassende, strukturierte Neurodermitis-Schulung, die speziell für Erwachsene konzipiert wurde. In Kleingruppen lernten sie Inhalte aus den Fachrichtungen Dermatologie, Ernährungswissenschaften und Psychologie. So erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem mehr zu:

  • dem Krankheitsbild Neurodermitis (atopische Dermatitis), zum Beispiel Symptome, Auslösefaktoren, Einfluss von Allergien
  • Basistherapie, Hautpflege und -reinigung
  • Bewältigungsstrategien
  • Symptomtagebüchern
  • sozialmedizinischen Möglichkeiten, zum Beispiel Reha-Maßnahmen

Die anderen 147 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden der Kontrollgruppe zugeordnet und nicht geschult.


Was wurde untersucht?

Vor Beginn der Neurodermitis-Schulung und ein Jahr nach deren Beendigung erfragten die Forscherinnen und Forscher:

·         die persönlichen Strategien zum Umgang mit der Erkrankung

·         mögliche psychische Begleiterkrankungen (zum Beispiel soziale Ängste)

·         die Lebensqualität

·         Schweregrad und Symptome der Neurodermitis bei den teilnehmenden Erwachsenen

In der Schulungsgruppe nahmen 129 Frauen und Männer bis zum Ende der Studie teil, in der Kontrollgruppe waren es 104 Personen.


Neurodermitis-Schulung für Erwachsene erfolgreich

Die geschulten Erwachsenen mit Neurodermitis konnten ein Jahr nach Ende der Schulung maßgeblich besser mit ihrer Erkrankung umgehen. Ihre Lebensqualität hatte sich in vielen Bereichen verbessert – sie fühlten sich durch die Neurodermitis-Symptome deutlich weniger belastet als die Personen in der Kontrollgruppe. Darüber hinaus war nach einem Jahr auch der Schweregrad der Erkrankung erheblich geringer als in der Kontrollgruppe.

Aufgrund ihrer Ergebnisse empfehlen die Studienautorinnen und -autoren, zukünftig Neurodermitis-Schulungen für Erwachsene in die Behandlung einzubeziehen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen tragen die Kosten dafür jedoch bislang in der Regel nicht.

 

Quelle:

Heratizadeh, A. et al.: Effects of structured patient education in adults with atopic dermatitis: Multicenter randomized controlled trial. In: J Allergy Clin Immunol, 2017, 140(3): 845-853

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