11. Juni 2019
Allergien vorbeugen

Empfehlungen zur Allergie-Prävention

Ausschließliches Stillen in den ersten drei Monaten scheint das Neurodermitisrisiko von Kindern etwas zu senken. Hydrolysierte Formula-Kost zeigt hier hingegen keinen belegten Effekt. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der American Academy of Pediatrics, die die vorliegenden Daten zur Allergie-Prävention analysierten und aktuelle Empfehlungen aussprechen.

Ein Baby schläft neben der Mutter im Bett

© Robert Kneschke/ fotolia

Werdende und stillende Mütter müssen ihre Essgewohnheiten nicht umstellen, um das Allergierisiko des Kindes zu senken, so das Ergebnis der Experten. Es gibt keine Belege dafür, dass Ernährungseinschränkungen einen positiven Einfluss auf allergische Erkrankungen der Kinder haben.

Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass ausschließliches Stillen in den ersten drei bis vier Monaten die Häufigkeit von Ekzemen in den ersten zwei Lebensjahren verringert. Ausschließliches Stillen über diesen Zeitraum hinaus zeigt keine Vorteile. Bekommt ein Kind allerdings etwas länger zusätzlich zur Beikost auch Muttermilch, sinkt das Allergierisiko leicht. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass jede Stilldauer über drei bis vier Monate hinaus vor Keuchen in den ersten zwei Jahren des Lebens schützt, möglicherweise auch vor einem  Asthma bronchiale in der frühen Kindheit.  Auf mögliche Lebensmittelallergien beim Kind zeigt die Stilldauer keinen belegbaren Einfluss.

Ein weiteres Ergebnis: Es gibt keine Beweise dafür, dass eine teilweise oder umfassend so genannte hypoallergene Säuglingsnahrung, auch Hydrolysat-Formula oder HA Nahrung eine allergische Erkrankung bei Säuglingen und Kindern verhindert, selbst bei Personen mit hohem Allergierisiko.

 

Beikost: spezielle Empfehlungen nur bei Erdnussallergie-Risiko

Ebenso wenig ist belegt, dass eine verzögerte Einführung allergener Lebensmittel, einschließlich Erdnüsse, Eier und Fisch eine allergische Krankheit verhindert. Die neuen Empfehlungen zur Prävention einer Erdnussallergie basieren weitgehend auf der sogenannten LEAP-Studie. Ein Expertengremium hat auf Grundlage dieser Studie die Erdnuss-Einführung bereits im Alter von vier bis sechs Monaten für Säuglinge mit hohem Erdnussallergierisiko (Vorhandensein von schwerem Ekzem und/ oder Eiallergien) empfohlen. Allerdings unbedingt in Rücksprache mit einem Facharzt oder einer Fachärztin. Für Säuglinge mit geringem Allergierisiko wird die Einführung von Erdnusshaltigen Lebensmitteln erst nach sechs Monaten empfohlen.

Die Autorinnen und Autoren der American Academy of Pediatrics schreiben auch, dass die bestehenden Daten nach wie vor nicht ausreichen, um fundierte Schlussfolgerungen zur Allergieprävention zu ziehen. Weitere Forschung ist wichtig, um hier genauere Angaben machen zu können.

 

Quelle:

Greer, F. R., et al.: The Effects of Early Nutritional Interventions on the Development of Atopic Disease in Infants and Children: The Role of Maternal Dietary Restriction, Breastfeeding, Hydrolyzed Formulas, and Timing of Introduction of Allergenic Complementary Foods. In: Pediatrics; 143 (4) e20190281; DOI: 10.1542/peds.2019-0281

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