01. Dezember 2017
Neuartiger Therapieansatz

EU-Zulassung von Dupilumab zur Behandlung schwerer Formen der Neurodermitis

Vor kurzem wurde mit Dupilumab ein Medikament mit neuartigem Wirkmechanismus in der EU zugelassen. Es ist anwendbar bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, die für eine systemische Behandlung in Betracht kommen.

Darstelllung eines Antikörpers  © Dr Kateryna / Fotolia

© Dr Kateryna / Fotolia

Bislang gab es nur wenige Medikamente zur systemischen (innerlichen) Behandlung schwererer Formen der Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis), die für diesen Anwendungsbereich zugelassen sind. Seit 1. Dezember 2017 ist mit Dupilumab nach langer Zeit erstmals ein neuartiger Wirkstoff verfügbar, nachdem die europäische Arzneimittelbehörde EMA Ende September 2017 die Zulassung erteilt hatte. Der Wirkstoff kann angewendet werden zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Neurodermitis bei erwachsenen Patienten, deren Erkrankung sich mit verschreibungspflichtigen äußerlich anzuwendenden (topischen) Medikamenten nicht ausreichend unter Kontrolle bringen lässt.

Bei Dupilumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper aus der Gruppe der Biologika. Es ermöglicht bei Neurodermitis eine sehr zielgerichtete Behandlung, die auf einem neuartigen Wirkmechanismus beruht. Die Substanz wirkt entzündungshemmend und unterdrückt zusätzlich bestimmte Anteile des Immunsystems, die bei der Entstehung von Ekzemen einschließlich Juckreiz eine bedeutende Rolle spielen. Dazu zählen die entzündungsfördernden Botenstoffe (Interleukine, IL) IL-4 und IL-13. Dupilumab hemmt sehr gezielt deren biologische Aktivität, indem es einen Teil des Interleukin-4-Rezeptors (IL-4R) blockiert. Dieser befindet sich an der Oberfläche von Immunzellen und sorgt bei beiden Interleukinen für die Weiterleitung von Signalen in die Zelle. Wenn Dupilumab den Rezeptor blockiert, verhindert es die bei Neurodermitis überaktive Signalübertragung und stoppt damit weitere Entzündungsreaktionen.

Dupilumab ist in einer vorgefüllten Fertigspritze erhältlich und kann von Patientinnen und Patienten selbst unter die Haut (subkutan) gespritzt werden. Nach einer Anfangsdosis ist alle zwei Wochen eine Injektion erforderlich. Die Behandlung kann mit oder ohne eine begleitende topische Anwendung von Glukokortikoiden (Kortison, Steroide) erfolgen.

Derzeit werden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Dupilumab auch in Studien mit Kindern untersucht sowie in der Behandlung anderer entzündlicher Erkrankungen, bei denen man annimmt, dass die Zytokine IL-4 und IL-13 bei der Entstehung eine bedeutende Rolle spielen. Dazu zählen persistierendes (andauerndes) unkontrolliertes Asthma bronchiale, Nasenpolypen und eosinophile Ösophagitis.

 

Quellen:

Zusammengefasste Produktinformation der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency)

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