09. November 2018
Heuschnupfen

Geht Cortison-Nasenspray aufs Auge?

Nasenspray mit Glukokortikoiden kann allergischen Schnupfen lindern. Jetzt haben Forschende in einer Übersichtsstudie geprüft, ob die Einnahme das Risiko für Augenerkrankungen erhöht. Ihr Review ist in der Fachzeitschrift 'Laryngoscope' erschienen.

Frau benutzt Nasenspray

© Dan Race - Fotolia

Regelmäßig eingenommen kann ein Nasenspray mit Glukokortikoiden (Wirkstoffe, die sich vom Cortison ableiten) den Schnupfen bei einer Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben effektiv lindern. Da der Wirkstoff nur lokal, also in der Nase, angewendet wird, wurde das Risiko für systemische, also auf den ganzen Körper bezogene Nebenwirkungen bislang als eher gering eingestuft. 

Forschende wollten nun erfassen, wie groß dieses Risiko tatsächlich ist. Sie konzentrierten sich dabei auf Effekte am Auge. Das Auge liegt nah an der Nase, sodass hier erste Auswirkungen zu erwarten wären, falls der Effekt des Sprays über seinen Einsatzort hinaus reicht. 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werteten Studien systematisch aus, die untersuchten, ob bestimmte Augenerkrankungen durch die Nasensprays häufiger auftraten. Sie fanden zehn Studien dazu, die hohen wissenschaftlichen Anforderungen genügen; sogenannte randomisierte, kontrollierte Studien. 

Keine Fälle von Glaukom

Die Studien fokussierten sich auf drei mögliche Nebenwirkungen am Auge: erhöhter Augeninnendruck, Grüner und Grauer Star. Augeninnendruck-Werte über 20 mm Hg galten als erhöht. Die Maßeinheit, die für den Druck verwendet wird, ist Millimeter Quecksilbersäule, wie beim Blutdruck. Steigt der Augeninnendruck deutlich über Normalwert an, werden die Nervenzellen im Auge nicht mehr optimal mit Blut und Nährstoffen versorgt. Ein grüner Star (Glaukom) kann auftreten. 

In den Studien wurden insgesamt 2.226 erwachsene Patienten, die regelmäßig Cortison-Nasensprays einnahmen, über zwölf Monate beobachtet. Verglichen wurden sie mit Kontrollpersonen, die lediglich ein Placebo (Scheinmedikament) erhielten. 

Die Ergebnisse: Die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten Augeninnendruck war mit Cortison- Behandlung leicht erhöht: Es traten 0,8 Prozent mehr Fälle davon auf als in der Kontrollgruppe. Kein einziger Fall eines Glaukoms wurde festgestellt. Das Fazit der Autoren: Das Risiko eines erhöhten Augeninnendrucks ist signifikant erhöht. Die Gefahr, dass eine echte Augenerkrankung auftritt, etwa ein Glaukom, war in den Studien allerdings nicht erhöht. Die Analyse gibt einen weiteren Hinweis darauf, dass Cortison in dieser Darreichungsform keine bedenklichen Nebenwirkungen auf den gesamten Körper hat. Allerdings ist der Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten relativ begrenzt.

 

Quelle:

Valenzuela, C. V., et al.: Intranasal Corticosteroids Do Not Lead to Ocular Changes: A Systematic Review and Meta‐analysis. In: The Laryngoscope (2018)

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