13. Oktober 2017
Zahlen zur Kontaktallergie

Häufigkeit der Nickelallergie in Europa

Kann die 2007 eingeführte REACH-Verordnung die europäische Bevölkerung davor schützen, eine Nickelallergie zu entwickeln? Dieser Frage ging ein Team dänischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt in einer Übersichtsarbeit nach. Sie analysierten dafür mehr als 45 Studien. Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift ‚Contact Dermatitis’ nachzulesen.

Bild eines Jeansknopfes und Nieten.

©Roger Hell/fotolia

Die Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie überhaupt und stellt deshalb auch für die öffentliche Gesundheit in der Europäischen Union (EU) ein wichtiges Thema dar. Um die Fallzahlen zu senken, wurde 2007 die europäische REACH-Verordnung in Kraft gesetzt, die Grenzwerte für nickelhaltige Produkte festlegt. In einer Übersichtsarbeit untersuchten dänische Forscherinnen und Forscher nun, ob die Richtlinie die EU-Bevölkerung tatsächlich davor schützt, eine Allergie gegen Nickel zu entwickeln.

Insgesamt wertete das Team 46 Studien aus, die zwischen 2005 und 2016 veröffentlicht wurden. Zehn der Studien untersuchten die gesamte Bevölkerung, 36 konzentrierten sich auf Betroffene, bei denen durch einen Epikutantest ein allergisches Kontaktekzem nachgewiesen wurde. Insgesamt ergaben sich daraus Daten von über 530.000 Menschen aus 17 verschiedenen Ländern.

Nickelallergie im Süden häufiger als im Norden

Das Ergebnis der Analysen: Nach Einführung der REACH-Verordnung hatten Frauen zwischen 18 und 35 Jahren in der Gesamtbevölkerung deutlich seltener eine Nickelallergie als zuvor (11,4 Prozent gegen 19,8 Prozent). Auch bei Betroffenen mit Kontaktekzem ging die Allergiehäufigkeit zurück: Bei Mädchen bis 17 Jahren von 29,2 auf 14,3 Prozent und bei Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren von 26,6 auf 20,2 Prozent für Frauen und von 6,6 auf 4,9 Prozent bei Männern.

Anhand der Daten zeigt sich zudem ein Nord-Süd-Gefälle: So hatten in südeuropäischen Ländern mehr Menschen eine Nickelallergie als in Ländern in Nordeuropa. Eine Erklärung hierfür könnte unter anderem sein, dass die Einhaltung der EU-Richtlinie in südlichen Ländern weniger stark überwacht wird, so die Autoren.

Insgesamt sind die Zahlen für eine Allergie gegen Nickel allerdings weiterhin hoch, acht bis 18 Prozent der Gesamtbevölkerung zeigten auch nach Einführung der Grenzwerte eine allergische Reaktion. Nach Ansicht der Autoren sind deshalb weitere Schritte nötig, um der Nickelallergie in Europa vorzubeugen.

Bei der vorliegenden Analyse muss allerdings bedacht werden, dass sich die untersuchten Studien zum Teil in Punkten wie Studien-Population, Alter, Verteilung der Geschlechter oder der Methode des Epikutantests sehr unterschieden. Dies betonen auch die Autoren selbst. Zudem kamen viele der Studien aus Schweden oder Dänemark. Um die Auswirkungen der REACH-Verordnung in der gesamten EU noch genauer zu untersuchen, seien deshalb noch mehr Studien aus anderen Ländern nötig.

 

Quelle:

Ahlström M. G. et al.: Prevalence of nickel allergy in Europe following the EU Nickel Directive – a review. In: Contact Dermatitis, 2017, 77 (4)

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