09. Januar 2018
Ernährung und Allergie

Helfen Fisch und Nüsse gegen Asthma und Heuschnupfen?

Schwedische Forscherinnen und Forscher haben untersucht, ob langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Risiko für verschiedene allergische Erkrankungen beeinflussen könnten. Die Ergebnisse erschienen nun im ‚Journal of Allergy and Clinical Immunology‘.

© Timolina/Fotolia

 

Allergische Erkrankungen wie Asthma und Heuschnupfen (Rhinitis) sind relativ häufig und treten meist schon in der Kindheit auf. Das Krankheitsrisiko hängt sowohl von erblichen als auch von Umweltfaktoren ab, wozu auch die Ernährung gehört. In der aktuellen Studie sollte untersucht werden, inwiefern mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Risiko für verschiedene allergische Erkrankungen beeinflussen.

Diese Fettsäuren wie beispielsweise Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind für den Menschen essenziell, das bedeutet lebensnotwendig. Allerdings ist der Körper nicht in der Lage, sie selbst herzustellen, sodass sie aus Lebensmitteln wie Nüssen und bestimmten Pflanzenölen gewonnen werden müssen. Zudem kommen langkettige Omega-3-Fettsäuren vor allem in fettreichem Fisch vor.

Um nun den Zusammenhang zwischen langkettigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Blut und der Entwicklung von Asthma und anderen allergischen Erkrankungen zu untersuchen, führte das schwedische Forschungsteam die bislang größte Studie dieser Art durch. Die Daten stammen aus der schwedischen Geburtskohorte BAMSE (Children, Allergy, Milieu, Stockholm, Epidemiology), in deren Rahmen insgesamt über 4000 Kinder untersucht werden, die zwischen 1994 und 1996 in Stockholm geboren wurden.

Ernährung hat Einfluss auf Entwicklung von Asthma und Heuschnupfen

Bei 940 dieser jungen Probandinnen und Probanden untersuchten die Forschenden die Mengen an Omega-3- und -6-Fettsäuren im Blut im Alter von acht Jahren und glichen diese mit dem Auftreten möglicher allergischer Erkrankungen im Alter von 16 Jahren ab. Die Krankheiten wurden anhand von Fragebögen und Antikörper-Messungen (IgE) im Alter von acht und 16 Jahren definiert.

Die statistische Auswertung ergab, dass Kinder, die im Alter von acht Jahren höhere Blutspiegel an langkettigen Omega-3-Fettsäuren aufwiesen, im Alter von 16 Jahren seltener Asthma oder Rhinitis entwickelten. Hohe Konzentrationen einer bestimmten Omega-6-Fettsäure, Arachidonsäure genannt, waren zudem mit einem verringerten Risiko für Asthma und Heuschnupfen assoziiert. Umgekehrt waren höhere Arachidonsäure-Spiegel bei Kindern mit Asthma oder Rhinitis im Alter von acht Jahren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, mit 16 Jahren symptomfrei sein.

Da Allergien häufig in der Kindheit auftreten, sei es von besonderem Interesse gewesen, zu untersuchen, ob die Umwelt und der Lebensstil von Kindern die Entwicklung dieser Krankheiten beeinflussen, so die Autoren. Ihre neuen Ergebnisse und die einer früheren Studie stünden im Einklang mit aktuellen Ernährungsrichtlinien, die empfehlen, zwei bis drei Mal pro Woche Fisch zu essen und zwischen fettreichem und magerem Fisch zu variieren.

Quellen:
Magnusson, J. et al.: Polyunsaturated fatty acids in plasma at 8 years and subsequent allergic disease. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, DOI: 10.1016/j.jaci.2017.09.023

Karolinska Institutet: Polyunsaturated fatty acids linked to reduced allergy risk. Pressemitteilung vom 5. Dezember 2017

 

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