16. Mai 2017
Allergie-Therapie

Hyposensibilisierung: Schutz vor Bienengiftallergie ausbaufähig

Die Hyposensibilisierung gegen eine Bienengiftallergie könnte möglicherweise noch verbessert werden. Wie deutsche Forscher in ‚Human Vaccines and Immunotherapeutics‘ berichten, enthalten die Präparate nämlich nicht immer alle relevanten Giftbestandteile.

Biene auf Blume

Fünf Komponenten im Bienengift sind für Allergiker besonders relevant. Manchmal kommen davon nicht alle in Präparaten zur Hyposensibilisierung vor. Quelle: Fotolia/Alekss

Die Insektengiftallergie zählt zu den häufigsten allergischen Reaktionen bei Erwachsenen. Einen Teil davon machen Allergien gegen Bienengift aus, die oft auch als Bienenallergie bezeichnet werden. Gerade für die bevorstehenden Sommermonate möchten sich viele Betroffene schützen. Neben Medikamenten zur akuten Behandlung nach einem Bienenstich ist auch die spezifische Immuntherapie eine Option – im Volksmund besser bekannt als Hyposensibilisierung.

Dabei wird den Patientinnen und Patienten das Gift in sehr geringen Mengen unter die Haut gespritzt. Das soll dazu führen, dass sich der Körper daran gewöhnt und eine überschießende Reaktion des Immunsystems im Falle eines Bienenstichs ausbleibt. Bei zwei von zehn Patienten mit einer Bienengiftallergie schlägt die Therapie allerdings nicht an. In der aktuellen Arbeit konnten Forscher aus München einen möglichen Grund dafür aufdecken.

Nicht alle Allergene aus dem Bienengift vorhanden

Den Autoren zufolge besteht das Bienengift aus einem Gemisch zahlreicher Substanzen, vergleichbar mit einer Art Cocktail. Fünf Komponenten darin seien aber besonders relevant für Allergiker. In der Studie untersuchten die Wissenschaftler die Menge dieser fünf Haupt-Allergene in kommerziellen Präparaten zur Hyposensibilisierung bei einer Bienengiftallergie. Das Ergebnis: Nicht alle Präparate enthielten die wichtigsten Allergene, teilweise fehlten drei der fünf Hauptkomponenten.

Was das genau für den Therapieerfolg bedeutet, das können die Wissenschaftler noch nicht konkret benennen. Sollten Menschen genau auf die Komponenten allergisch sein, die in den Präparaten fehlen, könnte der Erfolg der Behandlung jedoch beeinträchtigt sein – so die Vermutung der Wissenschaftler.

Die Autoren betonen, dass die überwiegende Mehrheit (circa 80 Prozent) der Allergiker von einer Hyposensibilisierung gegen Bienengift profitiert. Allerdings wäre eine wünschenswerte Zielsetzung, die sich aus dieser Arbeit ergibt, dass Patienten künftig eine maßgeschneiderte Behandlung bekommen. Also ein Präparat mit genau den Allergenen, auf die sie reagieren.

Quelle:
Blank, S. et al.: Component-resolved evaluation of the content of major allergens in therapeutic extracts for specific immunotherapy of honeybee venom allergy. In: Human Vaccines and Immunotherapeutics, 2017, DOI: 10.1080/21645515.2017.1323603

 

 

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