22. Januar 2019
Vorbeugung

Impfen macht nicht allergisch

Die Sorge, dass Impfungen Allergien befördern könnten, ist unbegründet. Mediziner aus Deutschland und der Schweiz konnten in einer Übersichtsstudie zeigen, dass es hier keinen Zusammenhang gibt. In ihrem Artikel geben sie zudem Tipps zum Vorgehen bei einer bereits bestehenden Allergie gegen Zusatzstoffe in den Präparaten.

Eine Spritze liegt auf einem Impfausweis

© VRD/ Fotolia.com

Die Mediziner prüften Studien, die international bereits zum Thema Impfung und Allergierisiko vorliegen. Darin fanden sie keine Hinweise darauf, dass Impfungen die Entwicklung einer allergischen Erkrankung wahrscheinlicher machen. Selbst Kinder, die bereits ein erhöhtes Risiko hatten, weil etwa ihre Eltern eine Allergie hatten, bekamen nach einer Impfung nicht häufiger eine Allergie als nicht geimpfte Vergleichskinder. 

Die Autoren untersuchten auch die Frage, ob es das Allergierisiko senkt, wenn Kinder später als empfohlen geimpft werden. Auch dafür fanden sie keinen wissenschaftlichen Beweis. Demzufolge bringt es keinen Vorteil, Impfungen aufzuschieben. In besonderen Fällen, etwa bei Kindern mit unkontrolliertem Asthma bronchiale, sollte der Arzt oder die Ärztin im Einzelfall abwägen.

Was tun, wenn eine Allergie gegen Impfstoffe vorliegt?

Menschen können gegen Impf-Antigene selbst oder Zusatzstoffe wie Stabilisatoren oder Konservierungsmittel allergisch sein (mehr dazu erfahren Sie in unserem Kapitel Arzneimittelallergien). Am häufigsten werden in diesem Zusammenhang allergische Reaktionen gegen Hühnereiweiß beobachtet. Dieses wird bei der Herstellung einiger Impfstoffe eingesetzt. Schwere Reaktionen rufen die Impfstoffe normalerweise nicht hervor. Dennoch empfehlen die Autoren, Kinder mit einer entsprechenden Allergie von einer Fachkraft impfen zu lassen, die Erfahrung im Umgang mit anaphylaktischen Reaktionen hat.

Die meisten Allergien kann der Arzt oder die Ärztin umgehen, indem er oder sie ein spezielles Präparat auswählt, das den entsprechenden Zusatzstoff nicht enthält. Allergien sollten zuvor mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Kommt es nach einer Impfung zu einer allergischen Reaktion, sollten spätere Impfungen unter stationärer Überwachung erfolgen.

Anaphylaxien treten nach einer Impfung extrem selten auf, das schreiben auch die Autoren des ‚Weißbuch Allergie in Deutschland‘. Das europäische Anaphylaxieregister erfasste in den Jahren 2007 bis 2017 insgesamt acht Anaphylaxien auf Impfungen, vier davon bei Kindern. Keine davon erreichte den Schweregrad 4 nach Ring und Messmer.

Fazit der Studienautoren: Impfungen machen nicht allergisch. Bei bekannten Allergien gegen Impfstoffe sollten Betroffene von allergologisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten geimpft werden, mit nachfolgender Überwachung.

Quellen: 
Ankermann T. et al.: Allergies and vaccination – a myth demystified. In: Allergo Journal International (2018); 27: 234-243
Klimek, L. et al. (Hrsg.): Weißbuch Allergie in Deutschland. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage; Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018; ISBN 978-3-89935-312-9; S. 319 -330.

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