15. Dezember 2017
Experten-Stellungnahme

Impfen und Allergie: Was ist zu beachten?

Manche Menschen mit Allergien oder Allergieneigung befürchten Risiken in Zusammenhang mit Impfungen. Doch die meisten Bedenken sind unbegründet. Darauf weisen kürzlich herausgegebene Stellungnahmen eines internationalen Expertengremiums hin.

Impfspritze und Impfausweis © Fotolia 33376709

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Schutzimpfungen sind sehr wirksam gegen eine Reihe von Infektionskrankheiten: Sie können nicht nur geimpfte Personen vor schweren Erkrankungen und deren möglichen Komplikationen schützen. Darüber hinaus tragen sie auch dazu bei, die weitere Ausbreitung bestimmter Infektionskrankheiten zu stoppen, die von Mensch zu Mensch übertragbar sind. Dies setzt voraus, dass ein möglichst hoher Anteil der Bevölkerung geimpft ist. 

Trotz des großen Nutzens von Schutzimpfungen befürchten manche Menschen, dass sie Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen beziehungsweise Allergien verschlimmern oder sogar auslösen könnten. Solche Bedenken sind eine mögliche Ursache dafür, dass Kinder oder Erwachsene nicht vollständig, verspätet oder überhaupt nicht geimpft werden.

Ein Expertengremium der europäischen Fachgesellschaft European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) hat nun vor kurzem ein sogenanntes Positionspapier herausgebracht, in dem die Fachleute zu diesen Fragen Stellung nehmen. Darin heißt es grundsätzlich, dass Menschen mit Allergien Zugang zu den gleichen allgemein empfohlenen Impfungen haben sollten wie Nicht-Allergiker, solange die damit verbundenen Risiken den Nutzen nicht überwiegen. Weiterhin stellen die Experten fest:

  • Örtliche Reaktionen an der Einstichstelle sind relativ häufig und beruhen überwiegend auf nicht-allergischen Immunreaktionen.
  • Nachweislich durch eine Impfung ausgelöste allergische Reaktionen sind selten. Sie können auch bei Menschen ohne bekannte Risikofaktoren auftreten und durch derzeit verfügbare Tests nicht vorhergesagt werden. Ursache sind zumeist Zusatzstoffe in Impfstofflösungen. Nach einer Reaktion sollte anhand von Allergietests überprüft werden, ob tatsächlich eine Allergie gegen verdächtigte Stoffe vorliegt. 
  • Anaphylaktische Reaktionen nach Impfungen sind mit weniger als einem Fall unter 100.000 Impfungen selten. Sie können bei jedem Menschen – auch Nicht-Allergikern – auftreten.
  • Menschen, bei denen früher eine allergische Reaktion auf einen Impfstoff oder in der Impfstofflösung enthaltene Zusatzstoffe vorgekommen ist, haben ein erhöhtes Risiko für erneute allergische Reaktionen. Sie sollten die Ärztin/den Arzt vor einer Impfung darüber informieren, damit spezielle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können. 
  • Es gibt bislang keine Hinweise dafür, dass eine routinemäßig durchgeführte Impfung bei Kindern das Risiko für Allergien einschließlich Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergie erhöht.
  • Eine erbliche Neigung zu Allergien (Atopie) oder allergische Erkrankungen einschließlich Asthma bronchiale bei Betroffenen sowie Familienangehörigen sprechen nicht dagegen, eine Impfung durchzuführen.

Quelle:

Nilsson, L. et al.: Vaccination and allergy: EAACI position paper, practical aspects. In: Pediatr Allergy Immunol 2017; 28: 628-640

 

 

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