23. März 2018
Spezifische Immuntherapie

Ist die Hyposensibilisierung für Kinder und Jugendliche sicher?

Für Erwachsene gilt die Hyposensibilisierung als gut tolerierte Therapie. Für Kinder und Jugendliche war die Datenlage bisher schwächer. Bochumer Forscher bestätigen nun, dass die Behandlung auch für diese sicher ist.

Ein Kind bekommt eine Spritze verabreicht

© Photographee.eu - Fotolia.com

Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, ist die einzige ursächliche Therapie für Allergien, die vom Immunglobulin E vermittelt werden. Um das Immunsystem an die Stoffe zu gewöhnen, auf die es überreagiert, wird eine Lösung des Allergens unter die Haut gespritzt. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mildert die SIT künftige allergische Reaktionen ab.

Sie wird mit guten Ergebnissen auch bei Kindern angewendet. Allerdings liegen für diese weniger Sicherheitsdaten vor als für Erwachsene. Daher untersuchten Forscher der Ruhr-Universität Bochum nun die Nebenwirkungsrate bei jungen Patienten. Für die Beobachtungsstudie beantworteten 581 SIT-Empfänger im Alter zwischen 5 und 18 Jahren an 18 Zentren nach jeder einzelnen Behandlung einen Fragebogen zu Nebenwirkungen. Die Forscher unterschieden zwischen Beschwerden, die sofort auftraten, oder erst später, lokal oder am ganzen Körper. Außerdem hielten sie fest, wie schwer diese waren (Grad 1: leicht bis Grad 4: sehr schwer).

 

Schwere systemische Reaktionen treten sehr selten auf

Bei insgesamt drei Viertel (75,2  Prozent) der Teilnehmer kam es infolge der injizierten Allergenlösung zumindest einmal zu leichten lokalen Nebenwirkungen wie Rötung oder Schwellung in der Umgebung der Einstichstelle. Systemische Nebenwirkungen traten insgesamt bei 54 Patienten auf (9,3 Prozent der Teilnehmer). Meist handelte es sich um leichte Beschwerden wie Juckreiz. Sieben Patienten litten unter leichten oder mittelgradigen Allgemeinbeschwerden (Grad 2). Drei Patienten zeigten schwere Reaktionen (Grad 3): Zwei von ihnen erlitten einen anaphylaktischen Schock, der dritte einen Krampf der Atemmuskulatur. Alle drei schweren Reaktionen traten sofort ein, sodass sie in der Praxis gut behandelt werden konnten. Sehr schwere Nebenwirkungen (Grad 4) blieben aus. Die in der Fachzeitschrift „Pediatric Allergy Immunology“ veröffentlichten Ergebnisse belegen, dass die SIT auch für Kinder und Jugendliche eine sichere Therapieform ist. Die Nebenwirkungsrate ähnelt jener bei Erwachsenen.

Quelle:

Tophof, M., et al.: Side effects during subcutaneous immunotherapy in children with allergic diseases. In: Peditr Allergy Immunol, 2017. DOI: 10.1111/pai. 12847

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