27. Juli 2018
Heuschnupfen

Jeder kann helfen, die Ambrosia einzudämmen

Menschen, die allergisch auf Ambrosia-Pflanzen reagieren, müssen sich in der nächsten Zeit auf Beschwerden gefasst machen. Der Pollenflug dauert, je nach Witterung, von Juli bis September. Die Pflanzen, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, breiten sich laut Untersuchungen weiter hierzulande aus. Die gute Nachricht: Viele beteiligen sich daran, sie einzudämmen.

Die allergene Ambrosia verbreitet sich mehr und mehr in Deutschland.

© emer/fotolia

Die Klimaerwärmung kommt dem beifußblättrigem Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) gelegen. Durch die wärmeren Temperaturen fühlt sich die Pflanze zunehmend auch in nördlicheren Breiten Europas heimisch. Dies wiederum schadet Menschen mit einer Allergie gegen ihre Pollen. Allergiker reagieren darauf mit Heuschnupfen-Symptomen bis hin zum allergischen Asthma bronchiale. Wer die Pflanzen berührt, kann auch allergische Hautreaktionen erleiden. Auch Personen, die nicht gegen das Kraut selbst, sondern gegen den "Gemeinen Beifuß" (Artemisia vulgaris) allergisch sind, können durch eine Kreuzreaktion betroffen sein. 


Eine Ambrosia-Pflanze kann zwischen 3.000 und 60.000 Samen in ihrem einjährigen Lebenszyklus abwerfen. Außerdem kann sie bis zu eine Milliarde Pollen in die Luft entlassen. Entsprechend schnell erobert das Kraut neue Flächen.

Wer eine Ambrosia-Pflanze entdeckt, tut vielen Menschen einen Gefallen, wenn er sie ausreißt und entsorgt. Dabei sollten allerdings Handschuhe getragen werden, und, falls die Pflanze bereits blüht, eventuell ein Mundschutz. Größere Ambrosia-Bestände, ab zirka 100 Pflanzen, sollten der zuständigen Kommunalbehörde (beispielsweise dem Landratsamt oder Kreisverwaltungsreferat) gemeldet werden. So können Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen, dass Allergiker weniger Beschwerden haben.

Selbst ausreißen oder melden

In Bayern gibt es zudem seit 2007 ein Aktionsprogramm "Ambrosiabekämpfung“. Im Zuge des Programms werden größere Ambrosia-Bestände dokumentiert. 2017 lag die Zahl bei 424, damit waren es 31 mehr als im Vorjahr. In Wirklichkeit gibt es sicherlich einige mehr, da nicht alle Bestände entdeckt beziehungsweise gemeldet werden.

Man findet die Pflanze bevorzugt an Straßen- und Ackerrändern, an Böschungen, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden. Auch in privaten Gärten kommt die Beifuß-Ambrosie häufig vor – vor allem, wenn im Winter Vögel mit Streufutter oder Sonnenblumenkernen gefüttert wurden, denn Vogelfutter ist sehr häufig mit Ambrosia-Samen verunreinigt.



Quelle:
Pressemitteilung vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege vom 20.07.2018

Weiterfürende Informationen:
www.stmgp.bayern.de/vorsorge/umwelteinwirkungen/ambrosia-bekaempfung/

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