19. Mai 2017
Allergische Reaktion der Haut

Kontaktallergien durch Permethrin in Textilien unwahrscheinlich

Der Insekten, Milben und Zecken abtötende Wirkstoff Permethrin gilt als hautsensibilisierend. Laut einer aktuellen Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung ist eine allergische Reaktion der Haut wie eine Kontaktallergie durch Permethrin-behandelte Textilien jedoch unwahrscheinlich.

Verschiedene Blusen auf Bügeln an einer Kleiderstange - Kontaktallergien durch Permethrin-Behandlung unwahrscheinlich

© Ivan Kurmyshov/fotolia

Viele Alltagsprodukte enthalten Permethrin. Besonders häufig steckt es in Textilien: Schlafsäcke, Decken, Teppiche und Kleidung werden zum Schutz vor Insektenbefall oftmals damit behandelt. Doch auch einige medizinische Produkte wie Cremes, Lotionen oder Shampoos zur Behandlung vonKopfläusen, Krätze (Skabies) und der Hauterkrankung Rosacea („Kupferrose“) enthalten den Wirkstoff.

Permethrin kann durch die Haut in den Körper eindringen. Verschiedene Faktoren beeinflussen dies möglicherweise, zum Beispiel die Dauer des Hautkontakts, Schwitzen oder weitere Materialeigenschaften des Gewebes. Mit dem Wirkstoff behandelte Produkte müssen aktuell den Hinweis „Kann allergische Hautreaktionen verursachen“ tragen.

Hautsensibilisierung durch Permethrin?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nun verschiedene Studien zu dem Auftreten von Hautirritationen wie Kontaktallergien beziehungsweise einer Kontaktdermatitis (Kontaktekzem) ausgewertet. Ältere Untersuchungen an Meerschweinchen hatten darauf hingedeutet, dass Permethrin eine allergische Reaktion der Haut hervorrufen kann. Diese Einschätzung wurde jedoch in späteren Analysen dieser Studien aufgrund möglicher methodischer Mängel sowie neuerer Ergebnisse – auch aus Untersuchungen an Menschen – abgeschwächt.

Weitere Humanstudien kamen zu dem Schluss, dass Kontaktallergien durch Permethrin sehr selten sind. In mehreren Studien wurden keinerlei allergische oder irritierende Hautreaktionen beobachtet. Eine andere, kleinere Untersuchung registrierte vereinzelte leichte Hautrötungen und Hautirritationen.

Kein Anstieg von Kontaktallergien gegen Permethrin beobachtet

Auch im Alltag scheinen sich die Ergebnisse aus den durch das BfR ausgewerteten Studien zu bestätigen: Trotz des umfangreichen Einsatzes von Permethrin in Verbraucherprodukten mit intensivem Hautkontakt ist die Verbreitung von Kontaktallergien gegen den Wirkstoff nicht gestiegen.

Permethrin-haltige Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden, gelten ebenfalls als gut verträglich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt daher zu dem Schluss, dass die Allergie-auslösenden Eigenschaften von Permethrin unter den gängigen Umständen als eher gering einzustufen sind.

Allerdings fehlen bislang Daten über die Art und das Ausmaß, in dem auf dem Markt befindliche Produkte mit Permethrin ausgerüstet werden. Die Risikobewertung des BfR bezieht sich daher auf Erzeugnisse, die mit einer industriellen Methode hergestellt wurden, welche gewährleistet, dass die Permethrin-Imprägnierung lange erhalten bleibt und sich nicht schnell herauslöst. Genauere Daten dazu sind zukünftig wünschenswert.

 

Quelle:

Stellungnahme Nr. 006/2017 des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 25. April 2017: Allergien: Sensibilisierung durch Permethrin in Textilien ist unwahrscheinlich. DOI 10.17590/20170510-135840

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