04. Juni 2019
Allergie im Alter

Kontaktekzeme bei Älteren auf dem Vormarsch

Die Bevölkerung wird immer älter – damit verbunden spielen Alterserkrankungen eine größere Rolle im Gesundheitswesen. Relativ wenig Beachtung finden in diesem Zusammenhang bisher Hauterkrankungen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit beleuchtet dieses Thema nun näher.

© Malinovskiy Vladimir/fotolia

Der Alterungsprozess ist mit einer Vielzahl normaler biologischer Veränderungen verbunden. Die alternde Haut verändert sich: Sie wird dünner, trockener und durchlässiger. Dadurch schützt sie den Körper nicht mehr so zuverlässig vor Umwelteinflüssen.

Auch das Immunsystem verändert sich und reagiert nicht mehr so souverän auf Herausforderungen wie in jüngeren Jahren. Diese Prozesse führen dazu, dass die Haut anfälliger für verschiedene Hauterkrankungen wie Kontaktekzeme wird. Diese können durch reizende Stoffe entstehen (irritatives Kontaktexkzem) oder durch eine Kontaktallergie.

Häufig Kontaktallergien gegen Hautpflegeprodukte

Genaue Zahlen, wie häufig Kontaktallergien bei älteren Menschen vorkommen, gibt es nicht. Bekannt sind dagegen die häufigsten Auslöser: Duftstoffe, Nickel und Peru-Balsam.

Personen mit Stauungsekzemen, chronischen Wunden oder chronischer Venenschwäche reagieren zudem häufig auf Inhaltsstoffe von Hautpflegeprodukten wie Wollwachsalkohole oder Parabene allergisch. Je länger Hautläsionen bestehen, desto höher ist das Risiko einer Sensibilisierung. Auch Konservierungsstoffe aus Kosmetika und Wirkstoff-haltigen Cremes und Salben sowie Bestandteile elastischer Binden führen regelmäßig zu allergischen Kontaktekzemen bei Senioren. Den Allergenen ist gemeinsam, dass sie örtlich begrenzte Beschwerden hervorrufen.

Eine allergische Kontaktdermatitis, die den ganzen Körper betrifft (systemisch), können Substanzen auslösen, die geschluckt, gespritzt, eingeatmet oder eingeführt werden. Auch hier spielen Nickel und Peru-Balsam eine Rolle sowie Aminoglykosid-Antibiotika, Corticosteroide („Cortison“) und pflanzliche Bestandteile von Sumach- oder Korbblütler-Gewächsen.

Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist, den unverträglichen Stoff so gut es geht zu meiden. Außerdem ist eine reichhaltige Hautpflege sinnvoll, um die Hautbarriere zu stärken.

Nicht immer ist ein Hautekzem eine Kontaktallergie

Vor allem im Winter entwickeln viele ältere Menschen ein Trockenheitsekzem. Zusätzliche Faktoren wie heißes Baden oder Duschen und die Verwendung von Reinigungsprodukten und Duschgels trocknen die Haut zusätzlich aus. Hier ist eine intensive Hautpflege mit Feuchtigkeitsspendern und öl-basierten Cremes hilfreich.

 

Quelle:

Lima AL. et al.: Contact Dermatitis in the Elderly: Predisposing Factors, Diagnosis, and Management. In: Drugs & Aging, 2019, 36: 411-417

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