27. Februar 2018
Tierische Allergien

Landleben reduziert Allergierisiko für Hund und Mensch

Allergie-Symptome treten sowohl bei Hunden als auch ihren menschlichen Besitzern häufiger auf, wenn sie in der Stadt leben. Zu diesem Ergebnis kam eine finnische Studie, in der Hundehalterinnen und Hundehalter zu Häufigkeit und Schweregrad allergischer Erkrankungen bei ihren Haustieren und sich selbst befragt wurden.

Foto von Kind mit Hund

© Hylonome

Hunde leiden zunehmend an ganz ähnlichen nicht-übertragbaren Krankheiten wie Menschen, darunter auch Allergien, wie Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Nahrungsmittelallergien. Beispielsweise weist das atopische Ekzem bei Hund und Mensch zahlreiche Ähnlichkeiten auf. Hunde können ein gutes Tiermodell sein, um insbesondere Krankheiten besser zu verstehen, die beiden Spezies gemeinsam sind und bei denen Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Der „beste Freund des Menschen“ hat immerhin etwa 95 Prozent des Erbgutes mit diesem gemeinsam. Nicht zuletzt sind Hunde in den meisten Ländern gleichen Umwelteinflüssen und Lebensbedingungen ausgesetzt wie ihre menschlichen Besitzer.

Schon länger weiß man, dass bei Menschen, die auf dem Land leben, das Risiko für allergische Erkrankungen im Vergleich zu Stadtbewohnern niedriger ist. In einer landesweiten Befragung von 5.722 Hundehaltern untersuchten Forscher der Universität Helsinki in Finnland, ob es bei Hunden ein ähnliches Verbreitungsmuster für allergische Erkrankungen gibt. Dabei berücksichtigten sie den aktuellen Lebensraum der Vierbeiner sowie verschiedene Lebensweisen. Auch die jeweilige Hunderasse wurde dokumentiert, da das Allergierisiko bei Hunden bekanntlich von der Rasse abhängig ist.

Die Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen einschließlich Tiermedizin befragten die Hundebesitzer mithilfe eines umfangreichen Fragebogens zum Ausmaß der allergischen Symptome bei ihren Hunden. Zudem dokumentierten sie, wie häufig die Hundehalterinnen und Hundehalter selbst an Allergien leiden.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht. Sie weisen darauf hin, dass allergische Symptome in städtischer Umgebung häufiger auftreten, und zwar sowohl bei Menschen als auch ihren Vierbeinern. Ähnlich wie beim Menschen scheint auch bei Hunden eine Reihe von Faktoren in Zusammenhang mit dem Landleben einen schützenden Effekt gegen Allergien zu haben, beispielsweise häufiger Aufenthalt im Freien, größere Familien mit vielen Kindern sowie regelmäßiger Kontakt mit landwirtschaftlichen Nutztieren und anderen Haustieren.

 

Allergische Hunde haben öfter auch allergische Besitzer

Besonders bemerkenswert war die Beobachtung, dass Hunde, die an Allergien erkrankt waren, mit größerer Wahrscheinlichkeit auch allergische Frauchen und Herrchen hatten als gesunde Hunde. Die Autoren schließen daraus, dass das gemeinsame Auftreten von Allergie-Symptomen bei Mensch und Hund auf gemeinsame ursächliche Faktoren hinweist, die allergischen Erkrankungen zugrunde liegen. Als Konsequenz empfehlen sie die Umsetzung von Maßnahmen, die dazu beitragen, den Kontakt von Menschen und ihren Haustieren mit natürlichen Lebensräumen zu verbessern, beispielsweise durch Planung von mehr Grünanlagen in Städten.  

 

Quelle:

Hakanen, E. et al.: Urban environment predisposes dogs and their owners to allergic symptoms. In: Sci Rep 2018; 8(1): 1585

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