26. April 2019
Heuschnupfen

Lindert eine Hyposensibilisierung auch die Kreuzallergie?

Ein deutsches Allergologieteam hat die Frage untersucht, ob eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) gegen Pollen auch Beschwerden einer Kreuzallergie im Mund- und Rachenraum lindert. Ihr Ergebnis ist nicht ganz eindeutig.

Jemand zieht eine Spritze auf, Nahaufnahme von Hand und Spritze

© BillionPhotos.com/ fotolia

Viele Menschen, die gegen Pollen allergisch sind, vertragen auch bestimmte Obst-, Gemüse- oder Gewürzsorten nicht. Pollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie heißt dieses Phänomen und gehört zu den Kreuzallergien. Ein Kribbeln oder Jucken im Mund nach dem Verzehr von rohen Lebensmitteln ist oft der erste Hinweis darauf. Bekämpft man die Pollenallergie mit einer spezifischen Immuntherapie (kurz SIT, auch Hyposensibilisierung genannt), müssten sich auch die Beschwerden im Mund- und Rachenraum bessern – könnte man meinen. Doch so einfach ist es nicht.

Inwieweit die SIT auch hierfür hilft, hat nun ein deutsches Forschungsteam untersucht und dafür die Studienlage bei Birkenpollenallergie analysiert. Nur in einem Teil der Studien – und jeweils nur bei einem Teil der Patienten – konnte die SIT die Beschwerden der Nahrungsmittelallergie lindern.

 

Wer profitiert doppelt von der Therapie?

Genauere Schlussfolgerungen ließen die Studien nicht zu, was auch daran lag, dass sie sehr unterschiedlich waren. Aufbau, Therapiedauer und Allergenextrakte variierten zwischen den Untersuchungen. Bisher fehlen auch einheitliche Parameter für den Schweregrad einer Kreuzallergie. Daher ließen sich die einzelnen Studienergebnisse schlecht vergleichen. Weitere Forschung ist nötig, um zu ergründen, welche Patienten doppelt von der SIT profitieren und ob bestimmte Allergenextrakte besser geeignet sind, beide Ziele zu erreichen.

Das Fazit der Forschenden: Die SIT scheint bei einem Teil der Patienten auch die entsprechende Nahrungsmittelallergie positiv zu beeinflussen. Noch fehlen aber Kriterien, um vorherzusagen, wer davon auf diese Weise profitiert und wer nicht. Daher empfehlen sie, die SIT nach wie vor dann anzuwenden, wenn die Atemwegsbeschwerden der Pollenallergie bereits für diese Behandlung sprechen. Die Beschwerden der Kreuzallergie zu lindern sollte nicht das Hauptziel der SIT sein, zu unsicher ist es, ob dies klappt.

 

Quelle:

Treudler, R., Klimek, L.: Allergen Immunotherapy for oral allergy syndrome: what is the evidence for efficacy? In: Allergo Journal International, 2019, 28: 50-56.

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