21. Juni 2019
Nahrungsmittelallergie

Löst verarbeitete Milch stärkere Allergiebeschwerden aus?

Forschende fanden Hinweise darauf, dass weiterverarbeitete Milch allergener ist als Rohmilch. Das heißt, dass Personen mit einer Kuhmilchallergie möglicherweise stärkere Reaktionen zeigen, wenn sie versehentlich Milch aus dem Supermarkt verzehren.

Ein kleines Mädchen trinkt ein Glas Milch

© kolinko_tanya/ fotolia

Ein Wissenschaftsteam aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz konnte im Tiermodell zeigen, dass behandelte Milch stärkere Allergiebeschwerden auslöst als Rohmilch. Sie stellten fest, dass nach einer Sensibilisierung gegen Rohmilch nur relativ wenige IgE-Antikörper gebildet wurden. Auch allergische Reaktionen bei Provokationstests waren nur schwach.

Auf 80 Grad erhitzte und wieder abgekühlte Rohmilch hingegen löste stärkere Reaktionen aus, ebenso wie Milch aus dem Supermarkt, die pasteurisiert und homogenisiert war.

Die Wissenschaftler testeten daraufhin mit einer kleinen Gruppe Probanden, ob sich diese Unterschiede auch bei Menschen zeigen. Neun Kinder mit bestätigter Kuhmilchallergie bekamen in einem streng überwachten oralen Provokationstest steigende Mengen von Rohmilch und Milch aus dem Supermarkt zu trinken.

 

Liegt es an den Molkenproteinen?

Dabei sahen die Wissenschaftler einen deutlichen Unterschied: Während alle Kinder mindestens 50 Milliliter Rohmilch tolerierten, vertrugen sie durchschnittlich nur gute 8 Milliliter der verarbeiteten Milch. Für die Versuche verwendeten die Wissenschaftler Rohmilch von einem Bauernhof der eine spezielle Erlaubnis dafür hat, Rohmilch zu verkaufen.

In weiteren Laborversuchen fand das Wissenschaftsteam einen möglichen Grund für den Unterschied zwischen roher und verarbeiteter Milch: Offenbar werden bestimmte Eiweißstoffe in der Milch, sogenannte Molkenproteine, allergener, wenn sie durch das Erhitzen verändert werden.

Bisher lässt sich aus der Studie keine Empfehlung ableiten. Da Rohmilch mit Keimen belastet sein kann, wird ihr Verzehr von der Weltgesundheitsorganisation nicht empfohlen. Wünschenswert wäre, wenn in Zukunft Verarbeitungsprozesse gefunden würden, die Milch keimfrei machen, ohne dass sie allergener wird.

 

Quelle:

Abbring, S., et al.: Milk processing increases the allergenicity of cow’s milk— Preclinical evidence supported by a human proof-of-concept provocation pilot. In: Clinical & Experimental Allergy 2019;00:1–13.

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