22. Mai 2018
Ekzeme

Neurodermitis und Handekzem sind oft vergesellschaftet

Menschen mit Neurodermitis entwickeln häufig auch ein Handekzem und sollten daher möglichst nicht in Berufen arbeiten, die mit hohem Risiko für Handekzeme einhergehen. Dies raten die Autoren einer Übersichtsanalyse aus mehreren Studien.

Handflächen mit Ekzem - © Fotolia

© Tiler84/Fotolia

Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) und Handekzeme sind beide verbreitete entzündliche Hauterkrankungen, die chronisch verlaufen und oft mit Rückfällen einhergehen. Nahezu jeder fünfte Erwachsene in Nordeuropa erkrankt mindestens einmal im Leben an einem Handekzem. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Mögliche Ursachen und Entstehungsmechanismen sind vielfältig und komplex, wobei sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Häufig liegt eine Kontaktallergie zugrunde. In vielen Fällen entwickelt sich ein Handekzem in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Nicht zuletzt zählt auch die Neurodermitis zu den bedeutsamen Risikofaktoren.

Ein internationales Expertenteam aus den Fachbereichen Allergologie und Dermatologie hat nun in einer Übersichtsstudie (Metaanalyse) genauer untersucht, ob und inwieweit Neurodermitis und Handekzem insbesondere hinsichtlich der Häufigkeit und Verbreitung miteinander in Beziehung stehen. Dazu wertete es 26 von insgesamt 35 mittels Literaturrecherche gefundenen Studien aus und veröffentlichte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift ,British Journal of Dermatology‘.

Das Risiko ist wohl erhöht

Die Ergebnisse bestätigten einen Zusammenhang zwischen Neurodermitis und dem häufigeren Auftreten von Handekzemen. Dies galt sowohl für die Häufigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) und innerhalb eines Jahres (Einjahresprävalenz) als auch auf die gesamte Lebenszeit bezogen (Lebenszeitprävalenz). Insgesamt haben Menschen, die aktuell oder früher an Neurodermitis erkrankt sind/waren, im Vergleich zu Kontrollpersonen ohne Neurodermitis ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko, auch ein Handekzem zu entwickeln. Ähnliche Zusammenhänge zeigten sich zudem zwischen Neurodermitis und speziell beruflich bedingten Handekzemen in Bezug auf die Einjahres- und Lebenszeitprävalenz.

Die Autorinnen und Autoren der Metaanalyse weisen darauf hin, dass die Aussagekraft der Ergebnisse aufgrund verschiedener Schwächen bei den ausgewerteten Studien eingeschränkt ist. Dennoch erlauben die Daten die Schlussfolgerung, dass Neurodermitis mit einem stark erhöhten Risiko für Handekzeme einhergeht. Daher raten die Experten Neurodermitis-Patientinnen und -Patienten, keine Berufe zu ergreifen oder auszuüben, die mit einem hohen Risiko für die Entwicklung von Handekzemen verbunden sind.

 

Quelle:

Ruff, S.M.D., et al. The association between atopic dermatitis and hand eczema: a systematic review and meta-analysis. In: Br J Dermatol 2018; 178: 879-888

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