18. September 2018
Allergieprävention

Pollen im Mutterleib

Eine Studie untersuchte, wie sich der Gräser-Pollenflug während der Schwangerschaft und zur Zeit der Geburt auf das Allergierisiko von Kindern auswirkt. Dabei fanden sich Hinweise darauf, dass eine starke Pollen-Exposition zur Zeit der Geburt negative Auswirkungen haben könnte.

Schwangere bei der Vorsorgeuntersuchung - auch der Pollenflug in der Schwangerschaft hat einen Einfluss aufs Kind

© I.Prusakova/fotolia

Ein internationales Forschungsteam wollte ergründen, ob Pollenflug vor und nach der Geburt die Bereitschaft beeinflusst, eine Allergie zu entwickeln. Dafür zogen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen drei Geburtskohorten heran: eine australische („MACS“) mit 429 Kindern, eine dänische („COPSAC2000“) mit 200 und eine deutsche Kohorte mit 1.968 Kindern. Sie analysierten das Nabelschnurblut der Neugeborenen nach der Menge der darin enthaltenen IgE-Antikörper. Diese Antikörper spielen unter anderem eine Rolle bei der Entwicklung einer Allergie.

Parallel wurde die Belastung mit Gräserpollen in den drei Standorten mit Pollenfallen erhoben. Die Wissenschaftler berechneten daraus die Summe der Pollen, die während einer Schwangerschaft flogen. Genauer betrachteten die Forschenden zwei Gruppen der Kinder: diejenigen, die während der stärksten Pollenbelastung im Jahr geboren wurden, und diejenigen, die insgesamt die stärkste Pollenbelastung im Mutterleib mitbekamen.

Starker Pollenflug bei Geburt ist eher schlecht

Zwei Zusammenhänge bemerkten die Forschenden: Von den Kindern, die auf die Welt kamen, wenn der Pollenflug besonders stark war, hatten mehr einen erhöhten IgE-Spiegel im Nabelschnurblut als andere. Dies könnte auf eine etwas erhöhte Allergiebereitschaft hindeuten. 

Von den Kindern, die während des stärksten Pollenflugs noch im Mutterleib waren, zeigten etwas weniger einen erhöhten Spiegel als der Durchschnitt der Kinder. Dieser Zusammenhang war zwar wissenschaftlich bedeutsam (signifikant), allerdings sehr gering. Das Risiko dieser Kinder für erhöhte IgE-Spiegel war um etwa zwei Prozent kleiner als beim Durchschnitt der Kinder. 

Direkte Empfehlungen für eine Allergieprävention lassen sich aus dieser Studie nicht ableiten, allerdings kann sie zu einem besseren Verständnis beitragen, wann möglicherweise erste Grundlagen dafür gelegt werden.

 

Quelle:

Susanto, N. H. et al.: Environmental grass pollen levels in utero and at birth and cord blood IgE: Analysis of three birth cohorts. In Environment International 119 (2018) 295–301.

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