30. April 2019
Lebensmittelallergie

Probiotische Säuglingsnahrung bei Kuhmilchallergie getestet

Kuhmilchallergien bei Kindern sind relativ häufig. Das Mikrobiom des Darms scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. In einer aktuellen Untersuchung wurde daher eine probiotische Säuglingsnahrung auf die Probe gestellt, die Kindern mit einer bestimmten Form der Kuhmilchallergie helfen soll.

© Irina Schmidt/stock.adobe.com

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Zusammensetzung des Mikrobioms (früher als Darmflora bezeichnet) veränderte, wenn Babys eine spezielle hypoallergene Säuglingsmilch mit pro- und präbiotischen Bestandteilen erhielten. Außerdem erfassten sie, ob sich die Symptome einer nicht-IgE-vermittelten Kuhmilchallergie besserten.

An der Studie nahmen insgesamt 71 Kinder unter 13 Monaten mit vermuteter oder festgestellter nicht-IgE-vermittelter Kuhmilchallergie teil. 35 von ihnen bekamen bis zu 26 Wochen lang ein hypoallergenes Probiotika-haltiges Produkt. Die anderen 36 Kinder erhielten eine hypoallergene Säuglingsnahrung ohne Probiotika. Die Mikrobiota der allergischen Babys verglichen die Forscherinnen und Forscher mit der von 51 gesunden, gestillten Kindern gleichen Alters.

Darmbesiedelung verändert sich

Anhand von Stuhlproben vor der ersten Verwendung der Test-Säuglingsnahrung sowie nach acht, zwölf und 26 Wochen konnte das Wissenschaftsteam erfassen, wie sich die Mikrobiota des Darms veränderte. Nach acht Wochen war der Darm der Babys mit probiotischer Ernährung mit mehr Bifidobakterien besiedelt als der Verdauungstrakt der nicht-probiotisch ernährten Kinder. Bifidobakterien gelten als „gute“ Darmbakterien, die bei gesunden, gestillten Kindern einen wesentlichen Bestandteil des Darmmikrobioms bilden.

Der Anteil der Bakterienstämme Eubacterium rectale und Clostridium coccoides, die vor allem bei Erwachsenen verbreitet sind, war dagegen mit probiotischer Ernährung geringer. Die Veränderungen der Bakterienzusammensetzung im Darm blieben über den gesamten Untersuchungszeitraum erhalten.

Beeinflussten die Veränderungen die Kuhmilchallergie-Symptome?

Bei einer nicht-IgE-vermittelten Kuhmilchallergie treten die Symptome nicht direkt nach dem Kontakt mit dem Allergen, sondern erst verzögert auf. Bei den teilnehmenden Kindern in der Studie waren die Beschwerden durch die Kuhmilchallergie zu Beginn insgesamt schwach ausgeprägt. Atemwegsbeschwerden besserten sich im Verlauf der Studie oder blieben gleich. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Blähungen besserten sich, allerdings ohne dass sich die Testgruppen relevant unterschieden.

Die Studie wurde von einem Hersteller von Säuglingsnahrung unterstützt.

 

Quellen:

Fox, AT., Wopereis, H., Van Ampting, MTJ. et al.: A specific synbiotic-containing amino acid-based formula in dietary management of cow´s milk allergy: a randomized controlled trial. In: Clin Transl Allergy. 2019, 9(5), DOI: 10.1186/s13601-019-0241-3. online abgerufen am 25.4.2019

Candy, DCA., Van Ampting, MTJ., Nijhuis, MMO. et al.: A synbiotic-containing amino-acid-based formula improves gut microbiota in non-IgE-mediated allergic infants. In: Pediatr Res. 2018, 83(3): 677-86

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