29. Dezember 2017
Vitamin D und Asthma

Schützt Vitamin D bei allergischem Asthma?

Die Einnahme von Vitamin D kann bei allergischem Asthma vor schweren Anfällen schützen. Zu diesem Ergebnis kam eine Forschergruppe jetzt in einer Übersichtsstudie, die im Fachjournal Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht ist.

Frau steht mit ausgebreiteten Armen im Sonnenlicht auf einer blühenden Wiese und tankt Vitamin D, womöglich um ihr Asthma zu bekämpfen

© Jonas Glaubitz/fotolia

Schützt Vitamin D bei Allergien? Zu dieser Frage gab es in den letzten Jahren intensive Forschungsanstrengungen. Vor wenigen Monaten kamen Fachleute beispielsweise zu dem Ergebnis, es gebe keine ausreichenden Belege, dass Vitamin D vor der Entstehung von Allergien schütze (Primärprävention). Jetzt wählten Forscherinnen und Forscher einen anderen Ansatz:  Sie wollten wissen, ob Vitamin D bei allergischem Asthma vor einer Verschlimmerung der Krankheit schützen könnte (Sekundärprävention).

Ein deutliches Zeichen für die Verschlimmerung der Krankheit ist die Zahl der Asthmaanfälle, die Ärzte mit Kortikoid-Tabletten unter Kontrolle bringen müssen. Die bislang aktuellste Studie war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gabe von Vitamin D die Häufigkeit derartiger Anfälle bei Kindern und Erwachsenen um 36 Prozent reduziert. Die Forscher wollten dieses Ergebnis überprüfen und zusätzlich feststellen, ob die Schutzwirkung abhängig ist von der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut.

 

Vitamin D sorgt für weniger Anfälle

Sie analysierten in einer Literaturrecherche sieben randomisierte, Placebo-kontrollierte Studien mit 955 Teilnehmern in sechs Ländern auf drei Kontinenten, darunter 297  Kinder und 658 Erwachsene. Das Besondere: Zu allen diesen Studien sahen die Wissenschaftler auch die individuellen Patientendaten nochmals durch. So waren Aussagen zum Zusammenhang zwischen Schutzwirkung und individuellem Vitamin D-Spiegel möglich.

Das Forscherteam fand signifikant weniger schwere Asthmaanfälle bei Menschen, die Vitamin D erhielten. In dieser Gruppe erlitten nur 85 von 286 Betroffenen einen Anfall, der zur Einnahme von Kortikoid-Tabletten zwang. Bei den 284 Studienteilnehmern, die anstelle von Vitamin D ein Placebo bekommen hatten, gab es dagegen in 121 Fällen einen solch schweren Anfall.

Die Analyse der individuellen Patientendaten ergab, dass die Schutzwirkung bei Menschen mit sehr niedrigem Vitamin D-Spiegel (weniger als 25 Nanomol pro Liter/ 10 Nanogramm pro Milliliter) besonders ausgeprägt ist. Unter den 32 Studienteilnehmern mit einem derart niedrigen Wert, die Vitamin D erhielten, kam es zu sechs schweren Asthmaanfällen, bei den 33 Teilnehmern aus der Placebogruppe waren es lediglich 14.

Bei Menschen mit einem Ursprungsspiegel von 25 Nanomol pro Liter oder höher erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz. Von den 240 Menschen in dieser Gruppe, die Vitamin D bekamen, erlitten 79 einen schweren Anfall, in der Placebo-Gruppe waren es 107 von 233 Teilnehmern.

 

Kostengünstige Maßnahme

Durch Asthma kommt es weltweit jedes Jahr zu 400 000 Todesfällen. Die Sterblichkeit steigt deutlich nach akuten schweren Anfällen. Im Sommer kann der Körper Vitamin D mit Hilfe des Sonnenlichts selbst produzieren, im Winter sind in nördlichen Breiten Tabletten notwendig. Die Gabe von Vitamin D könnte nach Ansicht der Autoren ein kostengünstiger Weg sein, um Krankheitslast und Sterblichkeit zu reduzieren.

 

 

Quelle:

Joliffe, D. et al.: Vitamin D supplementation to prevent asthma exacerbations: a systematic review and meta-analysis of individual participant data. In: Lancet Respir Med 2017, 5: 881–90

 

 

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