02. Januar 2018
Atopisches Ekzem

Sonderheft Neurodermitis – Aktuelles aus der Kinderheilkunde

Neurodermitis ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) informiert in einem aktuellen Sonderheft zu den wichtigsten Fragen rund um das Krankheitsbild.

Baby mit Neurodermitis im Gesicht

© SkyLine/fotolia

Neurodermitis – in der Fachsprache auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet – tritt meist im Säuglingsalter erstmals auf. Juckreiz, Schlafstörungen und weitere Begleit- und Folgeerscheinungen können ein atopisches Ekzem zur Belastungsprobe für betroffene Kinder und ihre Familien machen. Mit dem Sonderheft möchte die GPA zu einer besseren Versorgung betroffener Säuglinge, Klein- und Schulkinder beitragen.

 

 

Wann ist bei Kindern mit Neurodermitis eine Abklärung von Allergien sinnvoll?

Wenn bei einem Kind ein atopisches Ekzem festgestellt wird, sorgen sich viele Eltern, ob auch eine Allergie vorliegen könnte. Der schubweise Verlauf der Neurodermitis führt Familien oftmals dazu, ständig nach möglichen Auslösern zu suchen, wenn sich das Hautbild verschlechtert.

Inzwischen ist es möglich, einzuschätzen, welche betroffenen Kinder ein erhöhtes Risiko für Allergien aufweisen und welche Allergene besonders relevant sind:

  • Das Risiko für Lebensmittelallergien ist bei Neurodermitis besonders hoch: Findet der erste Kontakt mit einem Allergen über die Haut statt, kann dies die Allergieentstehung fördern. Da bei Neurodermitis die Hautbarriere gestört ist, können Allergene leichter über die Haut eindringen und dadurch die Sensibilisierung fördern.
  • Kinder, bei denen ein atopisches Ekzem über den gesamten Körper verteilt auftritt, entwickeln häufiger Allergien als Kinder, bei denen die Neurodermitis örtlich begrenzt auftritt.
  • Das höchste Allergierisiko haben Kinder, bei denen die Hauterkrankung bereits vor dem dritten Lebensmonat auftrat, und bei denen diese schwer ausgeprägt ist.

Bei leichter Neurodermitis, die sich durch eine wirkstofffreie Basispflege gut behandeln lässt, sind nach Ansicht der Experten keine Allergietests notwendig – selbst wenn sich das Hautbild kurzfristig verschlechtert und mit einer Cortison-Creme behandelt werden muss. Besteht ein atopisches Ekzem trotz örtlich angewendeter Glukokortikoide weiter, ist es dagegen empfehlenswert, nach Allergien zu suchen.

 

Atopisches Ekzem: Reinigung und Pflege der Haut

Die Basistherapie ist bei Neurodermitis von besonderer Bedeutung. Darunter versteht man die Reinigung der Haut und ihre Pflege mit feuchtigkeitsspendenden, rückfettenden Cremes oder Salben, die keinen Wirkstoff enthalten. Sie sollte sowohl während eines akuten Krankheitsschubs als auch während beschwerdefreier Zeiten beibehalten und auf den individuellen Hautzustand angepasst werden.

Die Autorinnen des Beitrags stellen klar, dass es nicht zutrifft, dass man die Haut durch häufiges Cremen „verwöhnen“ und dadurch die körpereigene Schutzfunktion der Haut schwächen würde. Darüber hinaus geben sie verschiedene Anleitungen und Tipps, unter anderem zu:

  • dem richtigen Cremen
  • notwendigen Crememengen
  • der Reinigung der Haut
  • möglichen Zusammensetzungen der Basistherapie

Für Kinder bis zum zwölften Geburtstag können bestimmte wirkstofffreie Basistherapeutika vom behandelnden Arzt beziehungsweise der Ärztin verschrieben werden und die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.

Weitere Beiträge des Sonderhefts Neurodermitis beschäftigen sich mit der anti-entzündlichen Behandlung akuter Verschlechterungen des Ekzems, häufigen Begleiterkrankungen und Hautinfektionen als möglichen Komplikationen.

 

Quelle:

Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin: Sonderheft Neurodermitis. Pädiatrische Allergolgie in Klinik und Praxis. September 2017 (Letzter Abruf: 02.01.2018)

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