26. September 2017
Klimawandel und Pollenflug

Welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung bei Allergien?

Ein kürzlich in der Fachzeitschrift ,Allergologie‘ veröffentlichter Artikel gibt einen Überblick über die möglichen Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Gesundheit. In Bezug auf Allergien zeigen sich vor allem Einflüsse auf die Pollenflugzeiten.

Erdkugel

© Fotolia

Über die globale Klimaerwärmung und ihre Folgen wird viel diskutiert. Experten schätzen, dass die Klimaveränderungen künftig ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit von Millionen Menschen haben werden. Dies gilt vor allem für Erkrankungen der Atemwege und -organe, des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Traktes und der Haut. Nicht zuletzt ist aber auch eine Zunahme von Infektionen mit Erregern wie etwa Malaria oder Dengue-Fieber zu erwarten, die sich infolge der Temperaturerhöhung weiter ausbreiten.  

In Bezug auf Allergien rechnen die Wissenschaftler damit, dass insbesondere höhere Lufttemperaturen, aber auch erhöhte Konzentrationen an Kohlendioxid (CO2) die Vegetation von Pflanzen beeinflussen, deren Pollen als Auslöser von Allergien eine wichtige Rolle spielen. Nachfolgend ist zusammengefasst, was das für Menschen mit allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) oder allergischem Asthma infolge einer Pollenallergie bedeuten kann:

  • Eine Zunahme der Menge von Pollen in der Luft kann die Symptome allergischer Atemwegserkrankungen verstärken.
  • Die Pollensaison, also die Blütezeit der Pflanzen, kann früher starten, sodass bereits im Winter ein Pollenflug möglich ist.
  • Die Pollensaison kann länger dauern, sodass über einen längeren Zeitraum als früher mit Beschwerden infolge einer Pollenallergie zu rechnen ist.
  • Bisher unbekannte, beziehungsweise neue Pflanzenarten könnten bei uns heimisch werden und sich verbreiten. Darunter auch Pflanzen, deren Pollen als Allergene wirken und bei Betroffenen manchmal sogar sehr starke Symptome auslösen können. Ein Beispiel dafür ist die Beifuß-Ambrosie.    

In geringerem Ausmaß gilt das Gleiche auch für Schimmelpilze und deren Sporen, die als Inhalationsallergene ebenfalls von Bedeutung sind.

Auch bei Menschen mit pollenassoziierter Nahrungsmittelallergie (Kreuzallergie) können sich die Veränderungen des Pollenflugs auf die Auslösbarkeit und Schwere der Symptome auswirken.

Weitere Zusammenhänge mit dem Klima sind möglich: So können sich bei Allergikern bezüglich mancher Pollenarten wie Ambrosia in Kombination mit einer erhöhten Ozon-Konzentration die Symptome gegenseitig verstärken.

Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass sich Pflanzen, die allergologisch bedeutsame Pollen produzieren, künftig in Regionen wie beispielsweise den Alpenraum ausbreiten. Diese gelten bislang als pollenarm und sind daher ein bevorzugtes Urlaubs- und Erholungsziel für Menschen mit Pollenallergie.

 

Quelle:

Frei, T.: Globale Klimaerwärmung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. In: Allergologie, Nr. 8/2017, S. 320-326

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