Insektengiftallergie – Schutz vor anaphylaktischen Schock

Der häufigste Grund für das Auftreten einer mitunter lebensbedrohlichen Anaphylaxie bei Erwachsenen in Deutschland ist eine Insektengiftallergie. Das Immunsystem von Betroffenen antwortet mit einer allergische Reaktion auf Insektenstiche. Schwere Anaphylaxien sind medizinische Notfälle, die adäquat in einer Klinik behandelt werden müssen. Nach der erfolgreichen Notfallbehandlung ist immer die weiterführende Behandlung bei einem oder einer Allergiespezialist:in erforderlich, um künftig gefährliche Reaktionen möglichst zu verhindern. Dafür existieren detaillierte Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften.

Es gibt einzelne Hinweise darauf, dass die Empfehlungen dieser Leitlinien nicht immer befolgt werden. Die Leitlinien empfehlen gefährdeten Allergiker:innen, immer ein Notfallset mit ihren Notfallmedikamenten bei sich zu tragen. Fast die Hälfte aller Patienten:innen in der Studie bekannte, dies nie oder fast nie zu tun. Neben Vergesslichkeit war die unpraktische Größe des Adrenalin-Autoinjektors einer der meistgenannten Gründe.

Die allergenspezifische Immuntherapie (ASIT), auch Hyposensibilisierung genannt, ist in der Prävention von Insektengiftallergien außerordentlich erfolgreich und sie hilft Anaphylaxien zu verhindern. Voraussetzung für die Durchführung einer Hyposensibilisierung ist die Überweisung zu einer allergologischen Fachambulanz oder Facharztpraxis.

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Anaphylaxie nach Insektenstich – Symptome

Bei einer schweren allergischen Reaktion reichen die Beschwerden von Hautreaktionen wie Juckreiz und / oder Nesselausschlag über milde bis mäßige Herzkreislauf- oder Magen-Darmbeschwerden bis hin zu schwerer Atemnot und anaphylaktischem Schock…weiter

Auslöser finden

Allergietests sollen immer stattfinden, wenn nach dem Stich mehr als eine leichte Lokalreaktion spürbar war. Sinnvoll sind sie erst etwa vier Wochen nach dem Stich, weil erst dann die IgE-Antikörper wieder sicher nachweisbar sind. …weiter

Insektenstiche vermeiden

Man kann Bienen und Wespen nicht mit absoluter Sicherheit umgehen. Deshalb sollten Patienten:innen, die nach einem Stich schon einmal eine anaphylaktischen Reaktion hatten, das verschriebene Notfallset unbedingt immer bei sich tragen. Daneben gibt es eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit eines Stichs deutlich reduzieren können. …weiter

Medikamente und Notfallmaßnahmen

Bei Stichen in Kopf oder Hals besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Atemwege zuschwellen. Diese und andere anaphylaktische Reaktionen können auch verzögert auftreten. Bei Stichen in andere Körperteile genügt es ein Cortisongel oder eine Creme mit dem Wirkstoff aufzutragen. …weiter

Spezifische Immuntherapie bei Insektengiftallergie

Die Erfolgsraten der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) gegen Insektengifte sind hoch. Sie erreichen bei Bienengiftallergie um die 80 Prozent, bei Wespengiftallergie sogar mehr als 90 Prozent. Der Erfolg lässt sich mit einer Stichprovokation überprüfen. …weiter

Kreuzreaktionen der Insektengifte

Bienengiftallergiker können auch bei Wespenstichen Reaktionen zeigen. Es kommt darauf an, gegen welche Allergenkomponente des Bienengifts sie allergisch sind. Denn manche Komponenten des Bienengifts sind in ähnlicher Struktur auch im Wespengift vorhanden. …weiter

Im Fokus der Forschung

Die komponentenbasierte Diagnostik, bei der für alle Patienten:innen ermittelt wird, auf welche Bestandteile des Insektengifts sie persönlich allergische Reaktionen zeigen, steckt noch in den Kinderschuhen. …weiter