Asthmarisiko durch Desinfektionsmittel am Arbeitsplatz schon früh erhöht?

Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass bereits früh im Berufsleben ein Zusammenhang zwischen dem beruflichen Kontakt mit Desinfektionsmitteln und der Entstehung von Asthma auftreten könnte. Dieser Zusammenhang war bereits nach dem ersten Jahr der Belastung zu beobachten. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Journal of Occupational and Environmental Medicine“ veröffentlicht.
Bild verschiedener Reinigungsmittel

©kucherav/Fotolia.com

 

Ein beträchtlicher Anteil der Asthma-Erkrankungen steht in Zusammenhang mit einer beruflichen Belastung. Bis heute sind etwa 400 verschiedene Substanzen bekannt, die für die Entstehung von Asthma verantwortlich sein können, an vorderster Stelle stehen Reinigungsprodukte. Sie enthalten häufig Substanzen, die Reizungen und Sensibilisierungen auslösen können, wie etwa Desinfektionsmittel, Duftstoffe oder Bleichmittel.

In der aktuellen deutschen Studie zu berufsbedingten Allergierisiken untersuchten Forschende 365 jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 20 und 24 Jahren, die in Reinigungsbetrieben oder im Gesundheitswesen arbeiteten. Sie beantworteten einen Fragebogen zu ihrer Atemwegsgesundheit, beruflicher Belastung mit Desinfektionsmitteln und möglichen anderen Risikofaktoren. Die Wissenschaftler werteten die Fragebögen bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen der beruflichen Belastung und der ärztlich bestätigten Diagnose von Asthma aus.

Gesundheitliche Auswirkungen schon nach relativ kurzer Zeit sichtbar

Ihr Ergebnis: Personen, die über einen Zeitraum von länger als zwölf Monaten mit Desinfektionsmitteln in Kontakt waren, hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Asthma im Vergleich zu nicht exponierten Personen. Im Detail heißt das: 15 von 194 Personen, die keinen Desinfektionsmitteln ausgesetzt waren berichteten über ein ärztlich bestätigtes Asthma, in der Gruppe der Personen, die mehr als ein Jahr beruflichen Kontakt mit Desinfektionsmitteln hatten waren es 16 von 81.

Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihrer Studie, dass das Asthmarisiko durch berufliche Exposition mit Desinfektionsmitteln bereits früh im Berufsleben ansteigen kann und somit auch schon junge Menschen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn betreffen kann. Zudem zeigen sich die gesundheitlichen Auswirkungen scheinbar auch schon nach relativ kurzer Zeit.

Quelle:

Weinmann,T. et al.: Association between occupational exposure to disinfectants and asthma in young adults working in cleaning or health services. In: Journal of Occupational and Environmental Medicine 2019, Vol 61, 9:754-759.

 

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