Kontaktallergien: Alte Bekannte und neue Auslöser

Kontaktallergien sind in Europa weit verbreitet. Mehr als 4.000 verschiedene Allergieauslöser sind bekannt. In den vergangenen zwei Jahren wurden aber auch einige neue Kontaktallergene und Allergenquellen entdeckt.
Glukose-Sensor am Oberarm eines Menschen mit Diabetes - neue Allergenquelle für eine Kontaktallergie

© NataliiaB./stock.adobe.com

 

In Europa reagiert mehr als jeder vierte Erwachsene auf mindestens eine chemische Substanz aus dem Haushalt oder am Arbeitsplatz allergisch. Etwa 15 Prozent der Jugendlichen haben eine Kontaktallergie, die sich unter anderem auf das Berufsleben auswirken kann.

Bereits lange bekannte Kontaktallergene sind Metalle wie Nickel, Cobalt und Chrom. Piercings gelten daher als wichtiger Risikofaktor für eine Kontaktallergie. Auch Naturlatex und einige Duftstoffe verursachen häufig allergische Reaktionen.

Kosmetik-Konservierungsstoff – Einsatz streng geregelt

Ein relativ neues Kontaktallergen ist der Konservierungsstoff Methylisothiazolinon. Nachdem im Jahr 2005 dessen Verwendung in Kosmetikprodukten in höheren Konzentrationen zugelassen wurde, entwickelten immer mehr Menschen Kontaktallergien dagegen. Inzwischen darf Methylisothazolinon deshalb nicht mehr in Kosmetik eingesetzt werden, die auf der Haut verbleibt (z.B. Cremes, Bodylotion). Produkte, die von der Haut abgewaschen werden (z.B. Shampoo), können den Konservierungsstoff aber noch in geringeren Mengen enthalten. Es wird erwartet, dass Kontaktallergien gegen Methylisothiazolinon dadurch wieder seltener werden.
 

Kontaktallergie gegen künstliche Fingernägel und Diabetikerbedarf

Weitere relativ neue Kontaktallergene sind Acrylate, die zum Beispiel in künstlichen Fingernägeln und Nagelpolituren vorkommen. Sie führen sowohl bei Menschen, die den Nagelschmuck tragen, als auch bei dem Personal in Nagelstudios häufig zu einer Kontaktallergie.

Das Acrylat Isobornylacrylat steckt dagegen in Insulinpumpen und Glukose-Sensoren für Menschen mit Diabetes. Eine aktuelle Untersuchung an Kindern mit Typ-1-Diabetes zeigte ein weiteres speziell für Diabetes-Patientinnen und -Patienten relevantes Kontaktallergen: Kolophonium, ein Baumharz. Es dient als Haftmittel, um zum Beispiel Glukose-Sensoren auf der Haut zu befestigen.


Herausforderungen für die Allergie-Diagnostik

Eine Kontaktallergie gegen neue Allergene festzustellen, ist oft nicht einfach. Sensibilisierungen dagegen können oftmals mit den vorhandenen Standardreihen (standardmäßig getestete Substanzen) nicht entdeckt werden. Daher ist es wichtig, diese regelmäßig auf die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Momentan gibt es etwa den Vorschlag, ein häufig Kontaktallergien verursachendes Acrylat aufzunehmen.

 

Quellen:

Johansen, J.D. und Werfel, T.: Highlights in allergic contact dermatitis 2018/2019. In: Current Opinion in Allergy and Clinical Immunology, 2019, 19 (4): 334-340

Lombardo, F. et al.: High prevalence of skin reactions among pediatric patients with type 1 diabetes using new technologies: the alarming role of colophonium. In: Diabetes Technology and Therapeutics, 2019, doi: 10.1089/dia.2019.0236

 

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