Arzneimittelallergie, Fragen und Antworten

Im Folgenden beantworten wir Ihnen vorneweg einige zentrale Fragen rund um das Thema Arzneimittelallergie. Sollten Fragen unbeantwortet bleiben, können Sie sich gerne persönlich an uns wenden. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail oder verwenden Sie unser Kontaktformular. Ihre Fragen werden in der Regel innerhalb von drei Arbeitstagen beantwortet.

Ist ein Hautausschlag nach Einnahme von Antibiotika immer ein Hinweis auf Penicillinallergie?

Nicht unbedingt. Es kann sich auch um eine Reaktion auf die Erkrankung selbst handeln. Das ist zwar eher von viralen Infektionen bekannt, gegen die Antibiotika bekanntlich nicht helfen, aber auch bei Bakterien wie Streptokokken kommt gelegentlich ein Hautausschlag vor. Hier ist eine gute Diagnostik sehr wichtig. Denn wer eine ganze Gruppe von Antibiotika meidet, obwohl keine Allergie dagegen vorliegt, beraubt sich eines bewährten Heilmittels.

Für die Diagnose beim Arzt ist es als erstes wichtig, die Symptome genau zu schildern, beispielsweise, wann der Ausschlag genau eingesetzt hat. Anschließend kann ein Hauttest durchgeführt werden: Ein Prick-Test kann zeigen, ob eine Sofortreaktion gegen den Wirkstoff vorliegt. Mit einem Epikutantest können nach zwei bis vier Tagen auch Spätreaktionen erfasst werden. Als weiterer Schritt kann ein Labortest geboten sein, in dem das Blut auf Antikörper gegen den Penicillin-Wirkstoff untersucht wird. Nicht selten ist auch ein Provokationstest notwendig, um eine Allergie auszuschließen oder zu bestätigen. Hier werden dem Patienten testweise die Wirkstoffe in aufsteigenden Dosen verabreicht. Das sollte auf jeden Fall unter kontrollierter Aufsicht eines erfahrenen Allergologen oder einer Allergologin geschehen, zumeist unter stationären Bedingungen.

Wie findet man Fachärztinnen und Fachärzte, die auf Allergien gegen Medikamente testen?

Die Testung auf Allergien gegen Medikamente erfordert besonderes Fachwissen und wird zumeist von manchen Allergologen angeboten. Auf der Webseite der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft kann man direkt nach Dermatologinnen und Dermatologen mit dem Leistungsspektrum „Allergologie“ suchen. Alternativ sind dort auch Hautkliniken zu finden. Die meisten Universitäts-Hautkliniken führen die allergologische Diagnostik bis hin zur Provokationstestung durch.

Eine andere Möglichkeit ist die Suche von Allergologen über die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Allerdings findet man dabei nur Ärztinnen und Ärzte, die eine Zulassung für gesetzliche Krankenkassen haben; Ärzte ohne Kassenzulassung, die ausschließlich privat abrechnen, sind dort nicht aufgeführt. Die Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigungen ist nach Bundesländern geregelt. Ein guter Startpunkt ist die Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Dort kann man für jedes Bundesland eine entsprechende Suchmaske der KV aufrufen. 

Gibt es eine Allergie auf Immunsuppressiva?

Wie bei fast allen Medikamenten, können auch bei einer Behandlung mit Immunsuppressiva Allergien oder Unverträglichkeiten auftreten. Wird ein Arzneimittel schlecht vertragen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Nur selten steckt eine Allergie dahinter. Zumeist werden durch den Eingriff in das Immunsystem Veränderungen angeregt, die das Immunsystem auszugleichen versucht und dadurch nichtallergische Regelmechanismen aktiviert, die zu Über- und Unteraktivierungen einzelner Teile des Immunsystems führen können.

Auch die Dosierung des Immunsuppressivums, die Grunderkrankung(en) des Betroffenen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, von denen Transplantatempfänger häufig mehrere einnehmen müssen, können eine bedeutsame Rolle spielen. Neben dem Wirkstoff selbst können auch Hilfsstoffe (sonstige Bestandteile) im Arzneimittel für eine Unverträglichkeit oder Allergie verantwortlich sein.

Die Gruppe der immunsuppressiven Medikamente setzt sich aus sehr unterschiedlichen Wirkstoffen beziehungsweise Wirkstoffgruppen mit jeweils verschiedenen Wirkmechanismen und pharmakologischen Eigenschaften zusammen. Allgemeine Aussagen zu Allergien oder anderen Unverträglichkeiten, die für alle Immunsuppressiva gelten, sind daher kaum möglich. Informationen zu Allergien oder Unverträglichkeiten beziehungsweise Nebenwirkungen finden Sie aber für jedes Medikament in der Gebrauchsinformation (Beipackzettel). Falls die gedruckte Version aus der Verpackung nicht vorliegt, kann man die Gebrauchsinformation in der Regel auch auf den Internetseiten des Herstellers ansehen und herunterladen.

Wenn der Verdacht besteht, dass ein Medikament nicht vertragen wird – gleich ob es sich um eine Allergie oder eine andere Unverträglichkeit handelt – empfehlen die Expertinnen und Experten des Allergieinformationsdienstes in jedem Fall, umgehend mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin darüber zu sprechen. Er oder sie kann im konkreten Fall beurteilen, ob die Dosierung des Medikaments angepasst werden sollte, oder bei Bedarf einen anderen Wirkstoff auswählen.

Allergische Symptome bei Einsatz pupillenerweiternder Augentropfen – was tun?

Für diese Symptomatik ist ein größeres allergologisches Zentrum der geeignete Anlaufpunkt, denn sie kommt sehr selten vor. In diesen Zentren gibt es Ärztinnen und Ärzte, die Erfahrung in der Allergologie und der Augenheilkunde haben. Neben einer Typ-1-Allergie muss man in diesem Fall auch an eine Kontaktallergie (Typ 4) denken. Dazu gibt es einen eigenen Testblock für den Epikutantest, der aber vermutlich nur an größeren allergologischen Zentren vorhanden ist.

Es sind viele unterschiedliche Augentropfen auf dem Markt, die pupillenerweiternd wirken. Wichtig für die Diagnostik ist, dass der Arzt oder die Ärztin eine Liste der bereits ausprobierten Präparate erhält, wenn möglich mit Beipackzettel.

Wenn bei mehreren Präparaten Symptome auftreten, dann kann es sich auch um eine Allergie nicht gegen den eigentlichen Wirkstoff, sondern gegen einen Zusatzstoff handeln. In Frage kommen hier zum Beispiel Konservierungsmittel.

Die Fragen wurden von Leserinnen und Lesern des Allergieinformationsdienstes in den Jahren 2017 bis 2019 gestellt. Der vorliegende Text wurde durch ein Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats geprüft.

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