Wie verbreitet ist Asthma?

Nach dem Global Asthma Report 2018 der Global Asthma Network (GAN) Steering Group leiden derzeit weltweit 336 Millionen Menschen unter Asthma. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Global Initiative for Asthma gehen von etwa 230 beziehungsweise 330 Millionen Betroffenen aus. Damit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt. Die Zahl der krankheitsbedingten Todesfälle liegt weltweit jährlich bei etwa 250.000. Die Erkrankung tritt in Ländern mit "westlichem Lebensstil" häufiger auf.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts ist die Lebenszeitprävalenz – also der Anteil derjenigen, bei denen schon einmal im Leben von einem Arzt die Diagnose Asthma gestellt wurde – zwischen den Jahren 1997/99 und 2008/11 gestiegen: bei Frauen von 6 auf 10 Prozent, bei Männern von 5 auf 7 Prozent.

Langzeit-Prognosen gehen allerdings davon aus, dass die Erkrankungsrate in den nächsten Jahrzehnten stabil bleiben und nicht weiter ansteigen wird.

Wie häufig ist Asthma bei Kindern?

Bei Kindern und Jugendlichen wurden in mehreren Studien Lebenszeitprävalenzen (bis zum Alter von 17 Jahren) zwischen drei und zehn Prozent ermittelt. Das heißt, dieser Anteil der Kinder war bereits - zumindest vorübergehend - von Asthmabeschwerden betroffen.

Für Deutschland existieren aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) des Robert Koch-Instituts aktuelle Zahlen, welche eine Prävalenz von ärztlich diagnostiziertem Asthma bronchiale bei 0- bis 17-Jährigen von sechs Prozent zeigen. Asthma ist nach Heuschnupfen und Neurodermitis die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter.

Genaue Angaben zur Häufigkeit schwanken

Mehrere gezeichnete Menschen, einer davon ist blau hervorgehoben
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Die Zahlen zur Asthma-Häufigkeit variieren von Studie zu Studie. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen existieren international unterschiedliche Definition, was es schwierig macht, einen allgemein gültigen Maßstab anzulegen.

In den Studien werden oft unterschiedliche Kriterien benutzt, um zu definieren, ob eine Person unter Asthma leidet. Zum anderen gibt es eine Vielzahl von Erhebungsmöglichkeiten, vom Fragebogen über die vom Arzt gestellte Diagnose, dem Auftreten eines bestimmten Symptoms bis hin zur Lungenfunktionsprüfung.

Beides zusammen führt dazu, dass die Ergebnisse von Studien zur Asthma-Häufigkeit manchmal voneinander abweichen und oft nur eingeschränkt miteinander vergleichbar sind. 

Gut zu wissen:

Nach jahrzehntelangem Anstieg stagniert die Zahl der Asthma-Betroffenen seit kurzem in den westlichen Industrienationen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern gibt es aber immer mehr Betroffene.

Spielt das Geschlecht eine Rolle?

Auffällig ist, dass beim Auftreten des kindlichen Asthma bronchiale das Geschlecht eine Rolle spielt. Jungen erkranken 1,5- bis 2-mal häufiger als Mädchen – insbesondere im Vorschul- und Grundschulalter. Ab der Pubertät verblasst dieser Geschlechtsunterschied allerdings.

Interessanterweise konnten Wissenschaftler von der Harvard University zeigen, dass die Überempfindlichkeit der Atemwege bei Jungen mit dem Alter oft nachlässt, während sie bei Mädchen eher bestehen bleibt. Tritt Asthma im Erwachsenenalter erstmals auf, sind mehr Frauen als Männer betroffen.
 

Wissenschaftliche Beratung

Dr. Katja Nemat

Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)

c/o Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt

E-Mail: katjanoSp@m@nemat.de

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

20. November 2019