Risikofaktoren für Arzneimittelallergien

Die Art, wie ein Arzneimittel verabreicht wird, spielt bei der Entwicklung einer Arzneimittelallergie eine Rolle. Das Risiko der Sensibilisierung ist bei Tabletten am geringsten und steigt von Infusionen über Injektionen in Muskeln oder die Haut an. Häufigste Ausdrucksform der allergischen Reaktion auf Medikamente ist das Arzneimittelexanthem (Hautausschlag). Es gibt Risikofaktoren, die den Ausbruch einer Arzneimittel-Überempfindlichkeit wahrscheinlicher machen. Diese sind:

  • weibliches Geschlecht,
  • Alter zwischen 20 und 49 Jahren (in hohem Alter sind Unverträglichkeiten seltener, können aber dafür schwerwiegender sein),
  • unregelmäßige Einnahme des Medikaments oder plötzliche Steigerung der Dosis,
  • gleichzeitiges Auftreten eines Virusinfekts (z. B. Herpes, HIV),
  • Störungen des Immunsystems,
  • Krebserkrankungen,
  • Mastozytose und Urticaria pigmentosa erhöhen als Grunderkrankungen das Risiko für anaphylaktische Reaktionen auf Histamin-freisetzende Arzneimittel.
  • Herzkranke Personen über 50 Jahre haben ein besonderes Risiko für eine schwere Arzneimittel-Analpylaxie. Bekannte Auslöser sind unter anderem Betalaktam-Antibiotika, muskelentspannende Medikamente in der Anästhesie und Röntgenkontrastmittel.
Letzte Aktualisierung: 14. November 2018 / Quellen
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Quellen:
  • Bircher, AJ. et al.: Approach to the Patient with a Drug Hypersensitivity Reaction – Clinical Perspectives. In: Pichler, WJ (hrsg.): Drug Hypersensitivity, Basel 2007, S. 352-365
  • Bircher, AJ: Arzneimittelallergie. In: Manuale allergologicum, 4. Auflage München 2016, S. 703-740
  • Brockow K. et al.: Allergische und pseudoallergische Arzneireaktionen, in Ring, J.: Weißbuch Allergie in Deutschland, München 2010
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Informationsdienst gesundheitsinformationen.de: Medikamentenallergie. (letzter Abruf 17.04.18)
  • Jörg, L. et al.: Allergie auf Penicillin. In: Schweizerisches Medizin-Forum 2017; 17(10):236–240
  • Lange, L., Gernert, S.: Diagnostik der Medikamentenallergie. In: Pädiatrische Allergologie  2/2017,  6-12
  • Sachs, B. et al.: Diskrepanzen zwischen berichteter und verifizierter Penicillinallergie. Mögliche Implikationen für den Patienten und das Gesundheitssystem. In: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte / Paul-Ehrlich-Institut hrsg.: Bulletin zur Arzneimttelsicherheit, März 2018, S. 4-11
  • Thong, B., Vervloet, D.: Drug Allergies. WAO allergic disease resource center, updated 2014, (letzter Abruf 14.11.2018)
Letzte Aktualisierung:
14. November 2018

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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