Insektengiftallergie - Grundlagen

© murgvi/fotolia
Wespe © murgvi-Fotolia

Insekten sind – dies vorab – eine der wichtigsten Tiergruppen für das Funktionieren der Ökosysteme unserer Erde. Einige Arten besitzen die Fähigkeit, zu stechen. Sie nutzen sie aber nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Die meisten Stiche gibt es durch Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen. Sie alle sind staatenbildende Insekten, die regelrechte Gemeinwesen aus Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen (männlichen Insekten) bilden. Nur die Arbeiterinnen sowie sehr selten die Königinnen können zustechen. Sie ziehen das Gift aus einer Drüse hinter dem Stachel. 

Die Insektengiftallergie zählt zu den häufigsten allergischen Reaktionen bei Erwachsenen. 

Symptome von Insektengiftallergien

Die Insektengiftallergie ist eine Allergie vom Soforttyp. Das heißt, die Symptome beginnen unmittelbar nach dem Stich. Nicht jede Schwellung und Rötung ist aber schon das Anzeichen einer Allergie. Denn das Insektengift enthält bereits die für diese Symptome verantwortliche Substanz Histamin, die bei Allergien - vermittelt durch die IgE-Antikörper - erst im Immunsystem erzeugt wird. 

Die Reaktion auf Insektenstiche kann unterschiedlich verlaufen: 

  • örtliche Reaktion
    Juckreiz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Durchmesser kleiner als zehn Zentimeter, Symptome klingen innerhalb von einem Tag deutlich ab 
  • verstärkte Lokalreaktion
    Juckreiz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Durchmesser größer als zehn Zentimeter, Dauer mehr als 24 Stunden, meist schmerzhaft. Möglich sind auch milde Allgemeinbeschwerden wie Frösteln oder Krankheitsgefühl oder eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis).
  • systemische Soforttyp-Reaktion (Anaphylaxie)
    Symptome reichen von ausschließlichen Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und/oder Nesselausschlag über milde bis mäßige Herz-Kreislauf- oder Magen-Darmbeschwerden bis hin zu schwerer Atemnot und anaphylaktischem Schock.

Ein Komplikationsfaktor bei der Insektengiftallergie sind die Kreuzreaktionen. Hummeln sind eng verwandt mit Bienen, Wespen mit Hornissen. Wer also gegen Bienengift allergisch ist, zeigt in 75 Prozent der Fälle auch allergische Reaktionen bei einem Hummelstich. Ähnlich ist die Situation bei Wespen und Hornissen. Da sich die Gifte in ihrer Zusammensetzung ähneln, kann schon der erste Hornissenstich zu anaphylaktischen Reaktionen führen, wenn die Betroffenen in der Vergangenheit schon einmal von einer Wespe gestochen worden sind. Es gibt aber auch Menschen, die gleichzeitig gegen Bienen- und Wespenstiche allergisch sind. Hier kann eine Doppelsensibilisierung vorliegen, aber auch eine Kreuzreaktion. Denn auch Bienen- und Wespengift haben einige gemeinsame Bestandteile.

In Kürze:

Wenn die Haut an der Einstichstelle rot wird oder anschwillt, ist das nicht zwingend eine allergische Reaktion. Gefährlich wird es erst, wenn Symptome an Körperstellen auftreten, die mit dem Einstichort nichts zu tun haben.

Entstehung einer Insektengiftallergie

Insektengift ist ein Injektionsallergen, das heißt, es gelangt direkt in die Blutbahn. Bei entsprechend veranlagten Menschen leitet ein Insektenstich einen Sensibilisierungsprozess ein. Insektengifte enthalten bestimmte Eiweiße und kleinere Aminosäureverbindungen, auf die das Immunsystem empfindlich reagieren kann. Spezialisierte Abwehrzellen produzieren dann so genannte IgE-Antikörper, die darauf programmiert sind, genau diese Eiweiße oder Aminosäureverbindungen „wiederzuerkennen.“ Bis heute sind zwölf Bienengiftallergene, sechs Wespengiftallergene und je zwei Hummel- und Hornissengiftallergene bekannt. 

Die so präparierten IgE-Antikörper lagern sich an Mastzellen an, die unter anderem große Mengen der entzündungsfördernden Substanz Histamin produzieren können. Wird nach Ablauf dieses Prozesses der Mensch erneut gestochen, können die IgE-Antikörper die Mastzellen „alarmieren“. Diese beginnen mit der Produktion der Abwehrstoffe, was sich nur Minuten nach dem Stich in allergischen Symptomen äußert.

Video zur Entstehung von Allergien

Hier befindet sich ein Video von Vimeo. Mit Aktivierung des iframes wird eine Verbindung zu Vimeo aufgebaut. Vimeo setzt dann ggf. auch Cookies ein. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier hier

Letzte Aktualisierung: 17. März 2017 / Quellen
Schließen
Quellen:
Letzte Aktualisierung:
17. März 2017

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.