Risikofaktoren einer Insektengiftallergie

Menschen, die sich beruflich viel in der Nähe von Bienen oder Wespen aufhalten oder oft im Freien unterwegs sind, tragen ein erhöhtes Risiko für eine Sensibilisierung und in der Folge auch für eine allergische Reaktion.

In erster Linie sind das Imker sowie deren Familienangehörige und Nachbarn, aber auch Obst- und Bäckereiverkäufer/innen, Waldarbeiter, Gärtner, Feuerwehrleute, Landwirte, Bauarbeiter und LKW-Fahrer. So zeigen bestimmten Untersuchungen zufolge 14 bis 32 Prozent aller Imkerinnen und Imker systemische allergische Reaktionen auf Insektenstiche, bei ihren Angehörigen sind es immerhin noch 10 Prozent. 

Besondere Vorsichtsmaßnahmen sollten Menschen ergreifen, die schon in der Vergangenheit einmal eine schwere Anaphylaxie erlitten haben. Ihnen wird empfohlen, stets ein Notfallset bei sich zu tragen.

Auch leichtere allergische Reaktionen können Anaphylaxien begünstigen

Kurz erklärt:

Bei Stichen in Kopf oder Hals ist das Risiko einer schweren Reaktion größer. Betroffene sollten sofort einen Arzt aufsuchen, weil auch die Atemwege zuschwellen könnten.

Eine Studie hat Hinweise ergeben, dass früher erlittene leichtere allergische Reaktionen ebenfalls zum Anaphylaxie-Risiko beitragen. Generell erhöht sich dieses Risiko für Menschen ab 40 Jahren sowie bei Vorliegen einer Herz-Kreislauf-oder Asthmaerkrankung. Auch körperliche oder psychische Belastungssituationen können zum Anaphylaxie-Risiko beitragen.

Aufpassen sollten Menschen, die regelmäßig Medikamente gegen Bluthochdruck wie Betablocker oder ACE-Hemmer einnehmen. Bestimmte Schmerzmittel, die so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika, könnten ebenfalls das Risiko erhöhen. Dazu zählen so bekannte Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac.

Hornisse sitzt auf dem Handrücken einer Person und sticht. Die Einstichstelle ist gerötetia
© Jürgen Fälchle/fotolia

Eine Sonderrolle nimmt die Erkrankung Mastozytose ein. Dabei handelt es sich um eine Anhäufung von Mastzellen in der Haut oder auch den inneren Organen. Das sind genau jene Zellen, die bei Allergien vom Soforttyp wie der Insektengiftallergie große Mengen des entzündungsfördernden Stoffs Histamin produzieren.

Wo besonders viele Mastzellen vorhanden sind, wird natürlich auch besonders viel Histamin produziert. Daher verlaufen analphylaktische Reaktionen bei Menschen mit Mastozytose häufig besonders schwer. Ihnen wird daher ebenfalls das Tragen eines Notfallsets empfohlen. Ein Hinweis auf Mastozytose ist die Konzentration der Substanz Tryptase im Blut. Ist der Wert erhöht, müssen weitere Untersuchungen stattfinden.

Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Thomas Fuchs

Ärzteverband Deutscher Allergologen

c/o Universitätsmedizin Göttingen,
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

E-Mail: fuchsthnoSp@m@med.uni-goettingen.de

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

24.04.2019