Verbreitung von Insektengiftallergien

Insektenstiche verlaufen meist glimpflich. Bei zehn bis zwanzig Prozent aller Betroffenen zeigen sich Reaktionen an der Einstichstelle. Deren Umgebung wird rot, schwillt an und juckt eine Weile. In vielen Fällen ist das eine Reaktion auf das Gift, bei der das Immunsystem nicht beteiligt ist. Ein solcher Stich kann aber auch den Beginn einer Sensibilisierung markieren.

Sensibilisierungen relativ häufig

Kurz erklärt:

Studien zufolge ist bis zu jeder vierte Erwachsene und bis zu jedes zweite Kind auf Bienen- oder Wespengifte sensibilisiert. Nicht alle Betroffenen reagieren jedoch allergisch.

Die Leitlinie der Fachgesellschaften hält fest, dass laut Studien bis zu 25 Prozent der Erwachsenen und 50 Prozent der Kinder auf Bienen- oder Wespengifte sensibilisiert sind. Das bedeutet aber nicht, dass alle diese Menschen mit allergischen Krankheitssymptomen reagieren. 

Die weniger harmlosen systemischen Reaktionen ereilen nur etwa 0,8 bis 5 Prozent aller von Insekten gestochenen Erwachsenen. Systemische Reaktionen sind Symptome, die keinen örtlichen Zusammenhang mit der Stichstelle haben. Bei diesen Menschen ist das Immunsystem bereits sensibilisiert, also darauf eingestellt, bei Kontakt mit dem Gift eines bestimmten Insekts allergisch zu reagieren. Unter Kindern liegt die Rate der systemischen Reaktionen noch niedriger, bei etwa einem Prozent. 

Zwar kommen lebensgefährliche Komplikationen der Insektengiftallergie sehr selten vor. Dennoch sind Insektenstiche im deutschsprachigen Raum die häufigste Ursache für eine Anaphylaxie. Etwa 20 Todesfälle nach Stichen von Bienen, Wespen oder Hornissen werden jährlich gemeldet. Fast alle ereignen sich unter Erwachsenen, zwei Drittel davon sind Männer. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, weil Anaphylaxie oft nicht erkannt wird.

Wissenschaftliche Beratung

Prof. Dr. Thomas Fuchs

Ärzteverband Deutscher Allergologen

c/o Universitätsmedizin Göttingen,
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

E-Mail: fuchsthnoSp@m@med.uni-goettingen.de

Quellen:

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

24.04.2019