Kontaktallergie: Forschungsansätze

Eine bekannte These, die im Jahr 1976 in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung aufgestellt wurde, besagte, dass bei einigen häufig verwendeten Duftstoffen die Zugabe eines zweiten das allergene Potential insgesamt reduzieren würde („Quenching“). Mehrere Studien konnten in den letzten Jahren diesen behaupteten Effekt nicht nachvollziehen, weder für Duftstoffe noch für andere Kontaktallergene. Entweder, die Wirkungen ergänzten sich in der Mixtur oder sie führten zu einer gesteigerten Allergenität. Die Forschenden konstatieren hier ein erhebliches Wissensdefizit und stellen die Frage, ob die heutige Vorgehensweise bei der Risikoabschätzung ausreicht, um den Schutz der Konsumenten zu gewährleisten.

Klar ist, dass bei Kontaktallergien genetische Vorgänge eine große Rolle spielen. Genau erforscht sind die Abläufe aber noch nicht. Hier werden zurzeit zahlreiche Studien durchgeführt. Das betrifft vor allem eine vermutlich genetisch bedingte Neigung, Kontaktsensibilisierungen vom Typ IV zu entwickeln. Dabei handelt es sich nicht um eine Atopie, sondern allem Anschein nach um Varianten (Polymorphismen) bestimmter Gene, die für die Ausbildung von Stoffwechselenzymen, Hautstrukturproteinen und Entzündungsbotenstoffen gebraucht werden.

Die zellbiologischen Forschungsansätze zur Rolle des sogenannten TLR-4-Rezeptors bei der Nickelallergie sind vielversprechend. Es scheint möglich, das Andocken der Nickelionen an den Rezeptor zu verhindern, ohne die eigentliche Aufgabe der T-Lymphozyten zu beeinträchtigen, Bakterien zu erkennen und abzuwehren. Damit gibt es die Chance, eine ursächliche Therapie gegen die Nickelallergie zu entwickeln.

Letzte Aktualisierung: 18.12.2018 / Quellen
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18.12.2018

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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