Risikofaktoren für Kontaktallergien

Ein bedeutender Risikofaktor bei Kontaktallergien ist der länger andauernde direkte Hautkontakt mit dem potentiellen Allergen. Dabei bietet sich jedes Mal eine Möglichkeit zur Sensibilisierung, die dem sichtbaren Ausbruch der Allergie vorausgeht. Aus diesem Grund treten Kontaktallergien oft in beruflichen Zusammenhängen auf.

Vergleichbares gilt jedoch auch für das private Umfeld. Je häufiger jemand einen direkten Hautkontakt zu potentiellen Kontaktallergenen hat, wie zum Beispiel Nickel-haltigem Modeschmuck, desto größer ist die Gefahr der Sensibilisierung und des Auftretens der entsprechenden Kontaktallergie. Abhängig ist dies natürlich auch vom allergenen Potential des entsprechenden Stoffes, das zum Beispiel bei nicht-ausgehärteten Kunstharzen wie Epoxidharz größer ist als bei Salbengrundlagen.

Gut zu wissen:

Jede Rötung und Entzündung auf der Haut sollte sofort behandelt werden. Je schneller man die Ursache findet, desto wirksamer kann man sich gegebenenfalls auch vor einer Allergie schützen.

Man unterscheidet zwischen erworbenen und angeborenen Risikofaktoren. Angeboren ist eine genetische Veranlagung für Allergien (Atopie). Zu den erworbenen Risiken zählt die entzündliche Hautirritation, die sich ebenfalls zumeist als Ekzem äußert und dem allergischen Kontaktekzem oft vorausgeht. Auch wer aufgrund einer Venenschwäche an offenen Beinen leidet, hat ein erhöhtes Risiko für ein allergisches Kontaktekzem.

Ähnliches gilt für Neurodermitis. Typisch für diese atopische Hauterkrankung ist eine gestörte Schutzfunktion der Haut mit erhöhter Durchlässigkeit. Dadurch können auch Kontaktallergene leichter eindringen. Neueren Studien zufolge haben Menschen mit Neurodermitis jedoch kein generell erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Spättyp-Sensibilisierung.

Letzte Aktualisierung: 11.3.2017 / Quellen
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Quellen:
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  • Kinderumwelt gGmbH: Informationsdienst allum (letzter Abruf 22.02.2017)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Informationsdienst gesundheitsinformationen.de https://www.gesundheitsinformation.de/was-passiert-bei-einer-hautuntersuchung.2427.de.html  (letzter Abruf 22.02.2017)
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  • Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) http://www.daab.de/haut/kontakt-allergie/
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  • Schnuch, A. et al.: Untersuchungen zur Verbreitung umweltbedingter Kontaktallergien mit Schwerpunkt im privaten Bereich. Studie im Auftrag des Umweltbundesamts,  2004, S. 2
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  • Uter, W. et al.: The Spectrum of Contact Allergy in Elderly Patients with and without Lower Leg Dermatitis. In: Dermatology 2002; Heft 204: 266-272
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  • Wollina, U.: „The role of topical calcineurin inhibitors for skin diseases other than atopic dermatitis“, In: Am J Clin Dermatol. 2007,8(3): 157-173
  • Skudlik, C., John S.: Berufsbedingte allergische Kontaktekzeme - was Betriebsärzte wissen sollten, in: ASU Arbeitsmed. Sozialmed. Umweltmed. 2014, 49: 247-252
  • EU-Kommission: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, https://ec.europa.eu/growth/sectors/cosmetics/cosing_de (letzter Abruf 22.02.2017)
Letzte Aktualisierung:
11.3.2017
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