Eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts

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Bauchschmerzen durch eosinophile Erkrankungen des Verdauungstrakts

Bei den eosinophilen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts handelt es sich um eine Gruppe chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Sie sind gekennzeichnet durch Beschwerden infolge einer chronischen Entzündung der Schleimhäute im Verdauungstrakt.

Nimmt man eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Schleimhaut, ist unter dem Mikroskop zu erkennen, dass typischerweise eine ungewöhnlich große Zahl an eosinophilen Granulozyten, eine Unterart weißer Blutzellen, ins Gewebe eingewandert ist. Daher kommt die Bezeichnung für diese Erkrankungen.

Grundlagen

Grundlagen zu eosinophilen Erkrankungen des Verdauungstrakts

Es können verschiedene Abschnitte des Verdauungstrakts betroffen sein: von der Speiseröhre (lateinisch Ösophagus) über den Magen (altgriechisch Gaster) und Dünndarm (altgriechisch Enteron) bis hin zum Dickdarm (lateinisch Kolon); man spricht dann entsprechend von eosinophiler Ösophagitis, Gastritis, Gastroenteritis und/oder Kolitis.

Die Symptome sind abhängig von den betroffenen Organen. Zusätzlich kann eine IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergie hinzukommen, die dazu führt, dass die Entzündung bei Verzehr der die Allergene enthaltenden Lebensmittel immer wieder neu angefacht wird. Bei vielen Betroffenen liegen allergische Begleiterkrankungen (Asthma, Heuschnupfen etc.) vor.

Diagnose

Diagnose von eosinophilen Erkrankungen des Verdauungstrakts

Die Diagnose stützt sich im Allgemeinen auf die Endoskopie, eine Spiegelung der betroffenen Organe (Speiseröhre, Magen oder Darm) von innen her mit einem optischen Instrument. Dabei werden Gewebeproben (Biopsien) entnommen und unter dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen untersucht.

Therapie

Therapie von eosinophilen Erkrankungen des Verauungstrakts

Medikamentöse Therapie der Wahl ist eine anti-entzündliche Behandlung mit örtlich wirksamen Glukokortikoiden. Lässt sich eine Allergie nachweisen, sollten Betroffene auf die als Auslöser erkannten Nahrungsmittel verzichten.

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Letzte Aktualisierung: 14.03.2017 / Quellen
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Quellen:
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Letzte Aktualisierung:
14.03.2017
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