Exogen allergische Alveolitis: Wie erfolgt die Diagnose?

Eine exogen-allergische Alveolitis (EAA) und ihre Auslöser zweifelsfrei zu diagnostizieren, kann schwierig sein und eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten verschiedener Disziplinen erfordern. Am Anfang steht immer die Anamnese. In diesem ausführlichen Gespräch erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden sowie dem Zusammenhang und dem Zeitpunkt ihres Auftretens. Bessern sich die Symptome, wenn die Patientin oder der Patient seinen Alltag und sein normales Lebensumfeld verlässt, etwa während des Urlaubs oder eines Krankenhausaufenthalts, liefert das einen ersten wichtigen Hinweis auf die Erkrankung. Dann fragt der Arzt oder die Ärztin gezielt nach möglichen Allergenen, denen Betroffene beruflich oder privat ausgesetzt sein könnten.

An die Anamnese schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Liegt eine akute EAA vor, fällt beim Abhören oft ein knisternd-rasselndes Geräusch im unteren Bereich der Lunge auf. Hat sich der Verdacht, dass ein bestimmtes Allergen verantwortlich sein könnte, an diesem Punkt der Diagnostik bereits erhärtet, wird empfohlen, es wenn möglich eine gewisse Zeit zu meiden. Klingen die Beschwerden während dieser sogenannten Karenztestung vollständig ab, spricht sehr viel dafür, dass es sich um die akute Form der exogen-allergischen Alveolitis handelt.

Wichtige Differenzialdiagnosen sind das Asthma bronchiale sowie das sogenannte Organic Dust Toxic Syndrome (ODTS). 

Apparative Untersuchungen helfen weiter

© CPC/Helmholtz Zentrum München
Mann beim Lungenfunktionstest zur Diagnose der exogen allergischen Alveolitis

Da es die eine Untersuchung, mit der eine exogen-allergische Alveolitis (EAA) eindeutig nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann, bis heute nicht gibt, wurde eine Reihe von diagnostischen Kriterien entwickelt. Je mehr dieser Kriterien zutreffen, desto sicherer ist die Diagnose. Zudem sind diese weitergehenden Untersuchungen insbesondere bei der chronischen EAA wichtig um festzustellen, in welchem Stadium der Erkrankung sich der Patient oder die Patientin befindet und wie sehr seine bzw. ihre Lunge bereits geschädigt ist.

So zeigt die Lungenfunktionsfunktionsprüfung typischerweise eine sogenannte restriktive Ventilationsstörung mit verminderter Total- und Vitalkapazität sowie in schwereren Fällen einer verringerten Sauerstoffkonzentration im Blut. Wichtige Hinweise gibt auch die Messung der Diffusionskapazität und die Messung der Blutgase unter Belastung.

Auch bei der bronchoalveolären Lavage, also dem Ausspülen von Bronchien und Alveolen im Rahmen einer Bronchoskopie gibt es charakteristische Veränderungen, die eine Unterscheidung von anderen chronischen Lungenleiden wie der Sarkoidose ermöglichen.

Ganz wesentlich erleichtert wurde die Diagnostik in den letzten Jahren durch die hochauflösende Computertomografie (High Resolution Computed Tomography oder kurz HR-CT). Dieses moderne bildgebende Verfahren macht selbst eine akute exogen-allergische Alveolitis und frühe Stadien der chronischen Form, die auf konventionellen Röntgenaufnahmen nicht zu erkennen sind, in den meisten Fällen sichtbar. Zudem gibt es heute sehr empfindliche immunologische Untersuchungsverfahren wie den Enzym-Immunoassays (ELISA) und den Fluoreszenz-Immunoassays (FEIA), mit denen sich antigenspezifische Antikörper identifizieren lassen – und damit das auslösende Allergen. Das ist auch im Hinblick auf die Behandlung von großer Bedeutung.

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Letzte Aktualisierung: 21. August 2017 / Quellen
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