Wie wird eine Latexallergie behandelt?

Gut zu wissen:

Latexallergie-Betroffene haben das Recht auf eine latexfreie Umgebung am Arbeitsplatz. Scheuen Sie nicht das Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten.

Kurz gesagt: Es gibt bislang keine ursächliche Therapie gegen die Latexallergie. Akute Beschwerden lassen sich bei allergischem Schnupfen mit Antihistaminika oder Glukokortikoiden lindern. Sind Asthma oder Ekzeme das Symptom, erfolgt eine Therapie entsprechend der jeweiligen Leitlinien. Im Gegensatz zu anderen Allergien wurde noch keine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) für Latexallergie-Betroffene auf den Markt gebracht. So bleibt nur der Weg, das Allergen so weit wie möglich zu meiden. Bei 40 000 Alltagsprodukten, in denen Naturlatex enthalten ist, kann das im Alltag erhebliche Schwierigkeiten bereiten.

In vielen Berufen, namentlich in der Medizin, gibt es latexfreie Alternativen für zahlreiche Gegenstände vom Handschuh bis zum Blasenkatheter. Latexallergiker haben ein Recht auf eine latexfreie Umgebung am Arbeitsplatz. Sie sollten die Unterstützung der Betriebsärztin oder des Betriebsarztes zu suchen und im Gespräch mit den Vorgesetzten die Situation schildern, um gemeinsam Wege zu finden, die Arbeitsumgebung möglichst latexfrei zu gestalten. In schweren Fällen hilft aber nur ein Berufswechsel.

Latex dauerhaft vermeiden

Durch konsequentes Vermeiden von Latex am Arbeitsplatz kann nachweislich die Rate an Sensibilisierungen deutlich gesenkt werden. Allerdings sind bei bereits sensibilisierten Personen Latex-spezifische IgE-Antikörper noch mindestens fünf Jahre lang vorhanden. Daher ist es ratsam, Latex dauerhaft zu vermeiden.

Betroffene, die bereits einmal systemische Reaktionen gegen Naturlatex gezeigt haben, sollten einen Allergiepass, in dem sämtliche Allergien aufgelistet sind, bei sich tragen. Sinnvoll ist auch ein spezielles Armband, das medizinische Helferinnen  und Helfer im Notfall auf die Latexallergie hinweist. Es ist unbedingt notwendig, vor jeder ärztlichen oder zahnärztlichen Behandlung sowie im Krankenhaus das Personal über die Latexallergie zu informieren. Stellen Sie sicher, dass eine latexfreie Behandlung gewährleistet ist. Denn bei einer Operation gelangt das Allergen mit dem Blut direkt in den Organismus. Schwere systemische Reaktionen noch während des Eingriffs könnten die Folge sein.

Letzte Aktualisierung: 03. März 2017 / Quellen
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Quellen:
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Letzte Aktualisierung:
03. März 2017
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