Forschungsansätze in der Behandlung der Urtikaria

Es gibt eine Reihe von möglichen Ansätzen zur Behandlung der Chronischen spontanen Urtikaria. Sie beruhen auf verschiedenen therapeutischen Zielen, welche bei der Entstehung dieses Krankheitsbildes eine Rolle spielen. Am weitesten fortgeschritten ist der Einsatz von therapeutischen Antikörpern (Biologika). Darüber hinaus beschäftigt sich die Forschung auch mit kleineren Molekülen (sogenannte small molecules), die bestimmte Signalwege im Inneren von Immunzellen blockieren können.  

Anti-IgE-Therapie

Unter den möglichen künftigen Therapieoptionen bei der Chronischen spontanen Urtikaria ist der Wirkstoff Ligelizumab am vielversprechendsten und in der klinischen Prüfung am weitesten fortgeschritten. Ligelizumab ist ein künstlich hergestellter monoklonaler Antikörper, der wie Omalizumab gegen das Immunglobulin E (IgE) gerichtet ist und dieses blockiert. Allerdings ist die Wirkung von Ligelizumab bedeutend stärker als die von Omalizumab: Verglichen mit diesem kann Ligelizumab etwa beim Haut-Pricktest die Reaktion um das Sechs- bis Neunfache stärker unterdrücken. Zudem bindet es deutlich stärker an freie IgE-Moleküle. Erste klinische Studien wurden bereits durchgeführt oder laufen noch, darunter eine Studie, in der die Wirksamkeit von Ligelizumab mit der von Omalizumab und Placebo verglichen wurde. Studienergebnisse sind in den nächsten Jahren zu erwarten.

Blockade von Interleukin 5

Ein weiterer Ansatz ist die Blockade des Botenstoffs Interleukin (IL)-5, der bei der Entstehung von entzündlichen und allergischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale eine bedeutende Rolle spielt. Er beruht auf der Beobachtung, dass IL-5 die Reifung und Aktivierung von eosinophilen Granulozyten fördert, welche bei der Entstehung der Chronischen spontanen Urtikaria maßgeblich beteiligt sind. In den letzten Jahren hat man mehrere monoklonale Antikörper entwickelt und geprüft, die gegen IL-5 gerichtet sind. Dazu zählen Benralizumab, Mepolizumab und Reslizumab, die bereits eine Zulassung zur Behandlung von Patienten mit schwerem Asthma bronchiale erhielten. Derzeit laufen Studien mit Benralizumab und Mepolizumab zur Behandlung von Patienten mit Chronischer spontaner Urtikaria.

Letzte Aktualisierung: 24. September 2018 / Quellen
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Quellen:

  • Deza, G., et al.: Emerging Biomarkers and Therapeutic Pipelines for Chronic Spontaneous Urticaria. In: J Allergy Clin Immunol Pract 2018; 6(4): 1108-1117
  • Kocatürk, E., Zuberbier, T. et al.: New biologics in the treatment of urticaria. In: Curr Opin Allergy Clin Immunol 2018; 18(5): 425-431
  • Kocatürk, E. et al.: Looking forward to new targeted treatments for chronic spontaneous urticaria. In: Clin Transl Allergy 2017; 7: 1

Letzte Aktualisierung:
24. September 2018

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