Allergierisiko: Nickel- und Chrompartikel aus Tätowiernadeln gelangen in Haut und Lymphknoten

Aus Tätowiernadeln können sich kleinste Metallteilchen lösen und in der Haut und in den Lymphknoten ablagern. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zusammen mit einem internationalen Kooperationsteam.
Nahaufnahme einer Tätowierung: Rote Farbe wird auf die Haut aufgebracht

© nagaets/fotolia.de

 

Tätowiernadeln bestehen aus Stahl. Daher enthalten sie auch Nickel und Chrom. Ein Forschungsteam hat nun nachgewiesen, dass Metallteilchen von der Nadel unter Gebrauch abgeschliffen werden und in die Haut übergehen können, wenn ein bestimmtes Pigment eingesetzt wird. Das Weißpigment Titandioxid (TiO2) führt dazu, dass Nickel und Chrom aus der Nadel herausgelöst werden. Die Metallteilchen können in die Haut gelangen und von dort in die Lymphknoten wandern.

Allergische Reaktionen gegenüber Tattoos und deren Inhaltsstoffe gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tätowierungen. Bislang wurde angenommen, dass hauptsächlich mit Nickel und Chrom verunreinigte Farbpigmente (Tätowiermittel) metallbezogene Allergien auf Tattoos verursachen. Mit dieser neuen Studie liefern die Forscherinnen und Forscher nun den Nachweis, dass auch von Tätowiernadeln ein gesundheitliches Risiko ausgehen kann.

 

Weißpigment hat einen stärkeren Effekt als schwarze Tinte

Für die Studie untersuchte das Forschungsteam Proben menschlicher Haut und Lymphknoten gesunder tätowierter Spender sowie eines tätowierten Spenders, bei dem eine Allergie auftrat. Außerdem tätowierten die Forschenden Schweinehaut einerseits mit schwarzer Tinte (auf Kohlenstoffbasis) und andererseits mit weißer TiO2-Tinte. Die Ergebnisse zeigen: Nano- und mikrometergroße Metallteilchen werden bei der Verwendung TiO2-haltiger Tinte von Tätowiernadeln abgetragen, bei schwarzer Tinte hingegen kaum. In den Proben des Tätowierten mit Allergie wies das Forschungsteam sowohl Farbpigmente (Eisenoxid) als auch abgeschürfte Stahlpartikel in der entzündeten Haut nach.

Weitere Forschung ist notwendig, um zu bewerten, welche Rolle abgeschliffene Partikel von Tätowiernadeln bei metallbezogenen Tattoo-Hautallergien spielen.

 

 

Quellen:

Pressemitteilung des BfR, „Allergierisiko: Metallpartikel aus Tätowiernadeln in der Haut erstmals nachgewiesen“ 33/2019, 27.08.2019

Schreiver, I: Distribution of nickel and chromium containing particles from tattoo needle wear in humans and its possible impact on allergic reactions. In: Particle and Fibre Toxicology (2019) 16; 33

 

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