Allergische Rhinitis: Wie hilfreich sind YouTube Videos?

Videos auf YouTube sind eine beliebte Quelle, um mehr über eine Krankheit zu erfahren – auch Menschen mit allergischer Rhinitis (allergischem Schnupfen) nutzen diese Informationsquelle. Weniger als die Hälfte der YouTube-Videos über allergische Rhinitis werden jedoch als hilfreich eingestuft, mehr als ein Drittel sogar als irreführend bewertet – diese Ergebnisse veröffentlichten Forschende in der Fachzeitschrift Annals of Allergy, Asthma & Immunology.
Frau mit Heuschnupfen und Video-Playser-Zeichen - ©djoronimo - stock.adobe.com

©djoronimo - stock.adobe.com

Erklärvideos auf YouTube werden häufig genutzt: Studien zufolge informieren sich 70 Prozent aller Patient:innen mit einer chronischen Erkrankung mittels Online-Quellen. Auch Menschen mit allergischer Rhinitis suchen Informationen zu ihrer Allergie in YouTube-Videos: Sie haben laut Studien ein wachsendes Interesse daran, die Symptome ihrer Allergie selbst zu verbessern – beispielsweise indem Sie Allergene meiden. Ziel der aktuellen Studie war es, den Nutzen dieser Videos für die Patientenaufklärung zu bewerten.

YouTube-Videos zu allergischer Rhinitis auf dem Prüfstand

Zwischen Juni und August 2021 wählten Forschende 86 von 230 Videos für die Studie aus. Sie verwendeten hierfür folgende vier Auswahlkriterien: 1. Vorkommen der Schlüsselwörter „Allergische Rhinitis", "Heuschnupfen" und "Allergie", 2. Anzahl der Seitenaufrufen, 3. Sprache und 4. Relevanz. Im Anschluss erfassten sie die zeitabhängigen Daten (Aufrufe, Likes, Dislikes und Kommentare) in einem Zeitraum von sieben Tagen.

Qualität von Erklärvideos anhand von Kennzahlen und inhaltliche Kriterien erfasst

Die untersuchten Videos hatten insgesamt 201.457.429 Aufrufe mit einem mittleren Wert (Median) von 2.048 Likes, 93 Dislikes und 181 Kommentaren. Die Videos waren durchschnittlich 284 Sekunden lang.

Den Inhalt der Videos stuften die Forschenden als nützlich ein, wenn wissenschaftlich korrekte Informationen vermittelt wurde und als irreführend, wenn mindestens ein wissenschaftlich unbewiesener Fakt dargestellt wurde. Als weder nützlich noch irreführend wurden Videos beurteilt, wenn keine nützlichen Informationen über Epidemiologie (Epidemiologie: wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Verbreitung sowie Ursachen und Folgen von gesundheitsbezogenen Zuständen und Ereignissen in Bevölkerung oder Populationen beschäftigt), Symptome oder Diagnose geboten wurden. Das Ergebnis: 37 (43 Prozent) der Videos wurden als nützlich eingestuft, 31 (36 Prozent) als irreführend und 18 (21 Prozent) als weder nützlich noch irreführend.

Die als nützlich eingestuften Videos hatten im Vergleich zu den irreführenden Videos mehr Aufrufe (145.664 gegenüber 112.327), aber weniger Likes (1.356 gegenüber 2.197).

Fachquellen bieten bessere Qualität

Die Anzahl der Gesamtaufrufe zeigt, dass Videos häufig als Informationsquelle für das Krankheitsbild allergische Rhinitis genutzt werden. Die Studie zeigte jedoch auch, dass die meisten Videos von nicht-medizinischen Quellen stammen – unter ihnen werden 80 Prozent der Videos als irreführend eingestuft. Von jenen Videos, die von medizinischen Fachkräften oder Verbänden veröffentlicht wurden, werden 9,7 Prozent als irrenführen beurteilt.

 

Quelle:

Lund-Nielsen Remvig C. et al.: YouTube as a source of (mis)information on allergic rhinitis, Ann Allergy Asthma Immunol 14 July 2022

 

Weiterführende Informationen: