Bei kindlichem Asthma spielen auch die Nasenbakterien eine Rolle

Im Nasenrachenraum tummeln sich diverse Bakterienarten. Bei Kindern mit Asthma kann diese Bakteriengemeinschaft im Herbst negative Folgen haben. So kann sich das Asthma verschlimmern, je nachdem, welche Bakteriengattung den „Nasenbakterienzoo“ dominiert. Forschende haben nun untersucht, bei welchem Hauptakteur dies der Fall ist.
Bild eines Jungen, der einen Inhalator verwendet. Inhalatoren kann man zum Beispiel bei kindlichem Asthma verwenden. , zum Beispiel

© Victor/stock.adobe.com

 

Bei Kindern hängen die Bakteriengemeinschaft auf der Nasenschleimhaut und die Häufigkeit und Schwere akuter Atemwegsinfektionen zusammen. Gilt das auch bei einer bestehenden Asthma-Erkrankung? Bestimmt die Bakteriengemeinschaft das Behandlungsergebnis mit? Eine aktuelle Studie untersuchte das nun genauer.

413 Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale zwischen 6 und 17 Jahren, die an einer Studie zu Omalizumab teilnahmen, stellten im Herbst insgesamt 3122 Nasensekretproben zur Verfügung. Die Studienautoren und –autorinnen ermittelten wann und wie oft sich das Asthma verschlimmerte, eine Infektion mit Schnupfenviren und eine Atemwegserkrankung auftraten. Die Bakteriengattungen Moraxella, Staphylococcus und Corynbakterium in den Sekretproben wurden dann auf ihr Potential untersucht, bestimmte Zellen der Nasenschleimhaut schädigen zu können und entzündliche Prozesse zu verursachen, die eine Asthma-Erkrankung verschlimmern können.
 

Moraxella-Arten sind die Bösewichte

Insgesamt wurden sechs verschiedene Bakteriengemeinschaften in den Nasenluftwegen gefunden – jeweils dominiert von einer der folgenden Bakteriengattungen: Moraxella, Staphylococcus, Corynebacterium, Streptococcus, Alloiococcus oder Haemophilus. Hatten Moraxella-Arten das Sagen, erhöhte sich das Risiko, dass sich das Asthma verschlimmerte. Wurde die Bakteriengemeinschaft dagegen von Staphylococcus- oder Corynebakterien-Arten dominiert, war dieses Risiko kleiner. Auch Atemwegserkrankungen traten dann seltener auf. Wenn Streptococcus-Arten den Ton angaben, blieb das Asthma unverändert, dafür stieg aber das Risiko für eine Infektion mit Schnupfenviren.

Die Studienergebnisse belegen, dass bei Kindern mit Asthma ein direkter Zusammenhang besteht zwischen den Bakterien in den Nasenluftwegen und dem Risiko, dass sich die Kinder im Herbst mit Schnupfenviren infizieren, Atemwegserkrankungen auftreten und sich das Asthma verschlimmert. Den schlimmsten Einzelübeltäter konnten die Forschenden auch noch identifizieren: Bei Reagenzglas-Versuchen führte Moraxella catarrhalis im Vergleich mit anderen dominanten Bakterienarten zu deutlich größeren Schäden an Zellen der Nasenschleimhaut und einer signifikant erhöhten Produktion bestimmter Entzündungsstoffen.

 

Quelle:

McCauley Kathryn et al.: Distinct nasal airway bacterial microbiotas differentially relate to exacerbation in pediatric patients with asthma. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2019, vol. 144, 5, 1187-1197. DOI: doi.org/10.1016/j.jaci2019.05.035

 

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