Heuschnupfen: Zugeflogene Pollen verstärken Allergie-Symptome

Anders als der Apfel, der sprichwörtlich nicht weit vom Stamm fällt, fliegen Pollen weite Wege: Mehrere hundert Kilometer können sie bei entsprechenden Windverhältnissen zurücklegen – weiter als bisher angenommen. Dieses Phänomen haben Forschende der Technischen Universität München (TUM) nun genauer analysiert. Sie sehen eine zusätzliche Belastung für Menschen mit einer Pollenallergie.
Birkenpollen, die mit dem Wind verbreitet werden – ©Ingo Bartussek / AdobeStock

©Ingo Bartussek – AdobeStock

 

Menschen mit Heuschnupfen sind oft verwundert: Sie spüren allergische Symptome doch in der Umgebung blühen die Pflanzen, auf deren Pollen sie allergisch reagieren, noch gar nicht. Der Grund sind zugeflogene Pollen: Mehrere hundert Kilometer weit können sie mit dem Wind in Regionen transportiert werden, in denen die heimische Allergie-Saison noch gar nicht gestartet hat. Ein Forscherteam hat dieses zwar bekannte, aber bisher nicht genau untersuchte Phänomen unter die Lupe genommen. Sie werten Daten von über 30 Jahre von 6 Messstationen für sieben Pollenarten aus.
 

Gebietsfremder Blütenstaub erhöht Diversität und Konzentration

Das Ergebnis: 63 Prozent aller Pollen stammen nicht aus der heimischen Region, treten aber teils in Konzentrationen auf, die klinisch nachweisbare allergische Reaktionen hervorrufen. Das könnte lokale Pollenvorhersagen weniger aussagekräftig machen. Es könnte aber sinnvoll sein, dass Menschen mit Heuschnupfen sich eher und länger schützen sollten als die tatsächliche regionale Pollensaison dauert.

Die Forschenden fanden auch Hinweise, dass sich gebietsfremde Pollen in einer allergisch-wirksamen Konzentration in der Luft befinden. Diese Erhöhung der Diversität sowie Zusammenhänge mit Landnutzungs- und Landbedeckungsänderung sowie Flugzeiten will das Forscherteam nun in weiteren Studien untersuchen.  

Quelle:

Menzel, A. at al.: A First Pre-season Pollen Transport Climatology to Bavaria, Germany. Frontiers in Allergy, 25 February 2021, doi.org/10.3389/falgy.2021.627863