Hilfe für tränende, juckende Augen

Internationale Expertinnen und Experten haben für ein Positionspapier gängige Behandlungsstrategien für Allergie-Symptome am Auge analysiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Therapie für ganzjährige Allergien bisher nicht zufriedenstellend ist.
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Ein Forschungsteam aus verschiedenen Ländern der EU sowie aus der Türkei sichtete die wissenschaftlichen Studien, die zur Behandlung von Allergie-Symptomen am Auge vorlagen. Daraus leiteten sie Empfehlungen für die Therapie ab.

So hätten lokale Antihistaminika, etwa als Augentropfen, ein gutes Verhältnis zwischen Wirkung und Nebenwirkungen. Auch Mastzellstabilisatoren hätten ein gutes Nebenwirkungsprofil, lägen in der Wirkung aber etwas hinter den Antihistaminika zurück.

Systemisch wirksame Antihistaminika (etwa als Tabletten) sind laut der Studienlage nur dann ratsam, wenn weitere Allergie-Symptome diese erforderlich machen. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass bestimmte Wirkstoffe die Augen noch stärker austrocknen und Allergene leichter eindringen könnten.

 

Cortison ins Auge – nur mit Vorsichtsmaßnahmen

Augentropfen, die Kortikosteroide („Cortison“) enthalten, sollten laut der Studie mit großer Vorsicht genutzt werden. Die Behandlung damit sollte von einem Augenarzt oder einer Augenärztin überwacht werden. Für die Therapie ganzjähriger Allergiebeschwerden an den Augen kommt Cortison eher nicht infrage, da es den Augeninnendruck erhöhen kann. Die Autoren merken an, dass es für ganzjährige Allergien bisher keine komplett zufriedenstellende Augenbehandlung gebe. 

Generell raten die Autorinnen und Autoren, Medikamente zu nutzen, die als Einzeldosen verpackt sind. So können Konservierungsmittel umgangen werden, die womöglich wiederum Beschwerden auslösen könnten.

Eine Hyposensibilisierung (Allergenspezifische Immuntherapie) kann auch die Allergiebeschwerden am Auge wirksam lindern. Vor einer solchen Therapie muss geklärt werden, ob tatsächlich eine IgE-vermittelte Allergie hinter den Symptomen steckt und gegen welche Allergene eine Patientin oder ein Patient reagiert.

 

Auch Sonnenbrillen und kalte Kompressen können helfen

Auch darüber hinaus können Menschen mit Allergien einiges tun, um ihre Beschwerden etwas zu lindern:

  • So können dicht abschließende Sonnenbrillen bereits einige Allergene von den Augen abhalten.
  • Regelmäßige Hand-, Gesichts-, Lid- und Augenpflege sollte ebenfalls erfolgen.
  • Kalte Kompressen können eine abschwellende Wirkung haben.
  • Tränenersatzstoffe helfen bei der Stabilisierung des Tränenfilms, die eine bessere Schleimhautbarriere gegen Allergene bietet. Außerdem können Tränenersatzstoffe allergische Botenstoffe verdünnen und Allergene ausspülen.
  • Produkte mit Kräuterextrakten wie z. B. Kamille enthaltende Augentropfen, sollten hingegen vermieden werden, da sie mit Allergenen (z.B. Artemisia) kreuzreagieren können.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft empfiehlt grundsätzlich, neue oder anhaltende Augenprobleme augenärztlich untersuchen zu lassen, um eventuelle Infektionen mit Bakterien oder Viren auszuschließen.

Quellen:
Leonardi, A., et al.: Management of ocular allergy.  In: Allergy. 2019 Mar 19. doi: 10.1111/all.13786.

Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 6.5.2019 „Wenn der Frühling zum Weinen bringt: Das hilft den Augen bei Heuschnupfen“