Lebensmittelallergie: Wie kann die Spurenkennzeichnung verbessert werden?

Die Allergenkennzeichnung verarbeiteter Nahrungsmitteln ist für Menschen mit einer Lebensmittelallergie unverzichtbar. Wie Allergene gekennzeichnet werden, die unbeabsichtigt in das Produkt gelangen, ist jedoch verbesserungsbedürftig. Im Rahmen eines EU-Projekts zum Risikomanagement von Lebensmittelallergenen wurden nun unter anderem Vorschläge erarbeitet, wie die Lebensmittelkennzeichnung verbessert werden kann.
Frau prüft Zutatenliste mit Allergenkennzeichnung

© Goran/stock.adobe.com

 

Lebensmittelhersteller müssen die 14 häufigsten Auslöser von Lebensmittelallergien in der Zutatenliste ihrer Produkte angeben. Zur Kennzeichnung von möglicherweise unbeabsichtigt in das Produkt gelangten Allergenen gibt es dagegen keine genauen Regeln. Die Ernährungsindustrie wählt daher oft die sogenannte „Spurenkennzeichnung“ – sie versieht ihre Waren mit dem Hinweis „Kann Spuren von … enthalten“.

Für Menschen mit einer Lebensmittelallergie ist diese pauschale Aussage jedoch nicht hilfreich: Untersuchungen zeigen, dass viele Produkte mit einer Spurenkennzeichnung das angegebene Allergen gar nicht enthalten – der Verzicht ist dementsprechend unnötig. Auf der anderen Seite gibt es Nahrungsmittel, die trotz fehlendem Spurenhinweis Allergene in einer Konzentration enthalten, die zu allergischen Reaktionen führen können. Lebensmittelallergikerinnen und -allergiker könnten sich also durch einen fehlenden Hinweis in falscher Sicherheit wähnen.


Risikomanagement zu Lebensmittelallergenen

In zwei Workshops wurden im Rahmen eines EU-Projekts zum Allergen-Risikomanagement nun Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Eine Empfehlung ist zum Beispiel, Referenzdosen für Allergene festzulegen, unterhalb derer keine allergischen Reaktionen zu erwarten sind. Bei darunter liegenden Werten könnte dann auf eine Kennzeichnung verzichtet werden, um die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht unnötig zu verunsichern. Lebensmittelhersteller sollten zudem ein Risikobewertungssystem zu Lebensmittelallergenen einführen, das den gesamten Weg des Lebensmittels von der Produktion bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten miteinbezieht.

Zudem regen die Projektbeteiligten an, den Umgang mit Lebensmittelallergenen EU-einheitlich zu gestalten. Momentan gibt es Länder, die mehr Risiken in Kauf nehmen, und andere, die sehr strikt mit der Lebensmittelkennzeichnung umgehen.

Eine 100-prozentige Garantie einer Allergenfreiheit lässt sich jedoch auch mit einem verbesserten Risikomanagement nicht erreichen, schränken die Autorinnen und Autoren des Projekt-Ergebnisberichts ein.

 

Quelle:

DunnGalvin, A. et al.: Evidence-based approaches to the application of precautionary allergen labelling: Report from two iFAAM workshops. In: Clin Exp Allergy, 2019, 49: 1191-1200

 

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