Neue Allergiediagnose mit Nasenabstrich?

Antikörper lassen sich im Nasensekret in so großen Mengen bestimmen, dass dadurch eine Allergie diagnostiziert werden kann. Forschende des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München haben dazu gerade Ergebnisse einer aktuellen Studie veröffentlicht. Damit hoffen sie, dass damit Blutentnahmen und lästige Hauttests in Bälde überflüssig werden.
Ein Mädchen sitzt auf einer Wiese mit Pusteblumen. Sie schneutzt sich die Nase in ein Taschentuch, da sie Heuschnupfen auf Gräser hat.

© Kzenon/Fotolia.com

 

Das Wissenschaftsteam untersuchte für ihre Studie Nasensekretproben mit einer Biochip-Technologie. Diese Methode war ursprünglich für Blutproben entwickelt worden. Damit ist es seit einiger Zeit möglich, mit einer kleinen Blutmenge zeitgleich die Antikörperkonzentration gegen 112 Allergene zu bestimmen.

Das Team untersuchte sowohl Blut als auch Nasenabstrich der Studienteilnehmenden mit dieser Biochiptechnologie und bestimmten die Konzentration der Immunglobulin-E (IgE)-Antikörper. Diese Antikörper spielen eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen, wie zum Beispiel bei allergischer Rhinitis oder allergischem Asthma.

Die Forschenden untersuchten sowohl Menschen mit als auch ohne Sensibilisierung gegenüber den häufigsten Allergenen aus der Luft, darunter

  • der Hausstaubmilbe,
  • von Gräserpollen sowie
  • Birken-, Haselnuss- und Erlenpollen.

Es zeigte sich, dass der Test sowohl mit Blut als auch mit Nasensekret ähnliche Ergebnisse liefert. In beiden Proben konnten das Wissenschaftsteam die gleichen Sensibilisierungsmuster nachweisen – also die Stoffe, für die der Körper bereits eine Immunantwort entwickelt hat. Dies galt für alle untersuchten Allergene aus der Luft.

Sanfte Methode alternativ zu Haut- und Bluttests?

Zur Diagnose von Heuschnupfen oder anderen Formen des allergischen Schnupfens (allergische Rhinitis) werden bisher meist Bluttests oder der Pricktest eingesetzt. Viele Menschen empfinden diesen Test jedoch eher als unangenehm. Beim Pricktest etwa werden die Allergene auf die Haut aufgebracht und diese dazu mit einer feinen Nadel angeritzt. Und auch die Blutentnahme ist vor allem bei Kindern nicht gerade beliebt.

Die neue, sanftere Nachweismethode könnte eine gute Alternative bieten, hoffen die Forschenden. Sie glauben zudem, dass sie im Nasensekret auch Antikörper aufspüren könnten, die im Blut bislang nicht gefunden werden können. Das soll nun in weiteren Studien geklärt werden.

Quellen:

Technische Universität München: Allergietest mit Nasenabstrich: Allergie-Antikörper im Nasensekret nachweisbar. Pressemeldung vom 17.04.2020

Gökkaya M et al.: Nasal specific IgE correlates to serum specific IgE: First steps towards nasal molecular allergy diagnostic. In: Allergy, 2020 DOI: 10.1111/all.14228.

 

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