Stellungnahme zu schweren allergischen Reaktionen nach COVID-19-Impfung

Nach Zulassung des ersten Impfstoffs gegen COVID-19 wurden in den ersten Tagen mehrere Fälle schwerer allergischer Schocks, sogenannter Anaphylaxien, gemeldet. Die Europäische Fachgesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie EAACI hat zu den vorläufigen Empfehlungen mit einem Positionspapier Stellung genommen.
Mann in weißem Kittel hält in seinen Händen einen Impfpass - © fotolia/A.Raths

Impfpass - © fotolia/A.Raths

 

In ihrem Positionspapier empfiehlt die EAACI dringend eine umfassende Untersuchung und Dokumentation der berichteten allergischen Reaktionen auf den gegen das SARS-CoV-2-Virus zugelassenen Impfstoff BNT162b2 (BioNTech und Pfizer). Ziel müsse es sein, ein besseres Verständnis für die genauen Ursachen und Zusammenhänge zu erhalten und damit das Risiko schwerer allergischer Reaktionen bei geimpften Personen zu minimieren. Dafür müssten alle verfügbaren klinischen Informationen sowie die medizinische Vorgeschichte der Betroffenen gesammelt werden.

Eine Schulung des medizinischen Personals, das die Impfungen durchführt, sei zudem erforderlich, um Anaphylaxien gegebenenfalls frühzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln. In diesem Zusammenhang fordert die EAACI in ihrem Positionspapier auch, dass alle Personen nach der Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff für mindestens 15 Minuten verpflichtend zur Beobachtung einbehalten werden.

Patientinnen und Patienten mit leichten bis mäßigen allergischen Erkrankungen sollten nach den Empfehlungen in dem Positionspapier nicht von der Impfung ausgeschlossen werden, um das Ziel der bevölkerungsweiten Immunisierung nicht zu gefährden.

Die Fachgesellschaft hält zudem fest, dass die aktuelle Datenlage kein erhöhtes Risiko für Personen mit allergischer Rhinitis oder Asthma gezeigt hat. Sie ermutigt die Ärzteschaft, diesen Patientinnen und Patienten eine klare Impfempfehlung auszusprechen und ihnen damit Vertrauen zu geben. Der Nutzen der Impfung würde nach derzeitigem Informationsstand eindeutig das Risiko eines schweren COVID-19-Krankheitsverlaufs überwiegen – auch bei den mehr als 30 Prozent der Menschen, die an allergischen Erkrankungen leiden. Sobald eine breitere Datenbasis vorliegt, sollen die derzeitigen Empfehlungen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
 

Quelle:
Klimek, L. et al.: ARIA-EAACI statement on severe allergic reactions to COVID-19 vaccines - an EAACI-ARIA position paper. – In: Allergy 2020 Dec 30. doi: 10.1111/all.14726. Online ahead of print.

Klimek L. et al.: Schwere allergische Reaktionen nach COVID-19-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech in Großbritannien. In: Allergo Journal International 2020, accepted 17.12.2020.

 

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie: Kommentar zur COVID-19-Impfung und allergischen Reaktionen vom 17. Dezember. https://dgaki.de/